Ein kurzer Trailer, den BVB-Stadionsprecher Norbert Dickel mit den Worten „Ich möchte euch jemanden vorstellen“ einleitete, lief über die Video-Leinwände im Signal Iduna Park, dann trat sie aus dem Spielertunnel heraus: Alexandra Popp, dreimalige Fußballerin des Jahres – und ab Sommer Spielerin von Borussia Dortmund.
Alexandra Popp wechselt zum BVB
Den BVB-Frauen gelingt damit ein echter Transfer-Coup: Die 34-Jährige wechselt zur Saison 2026/27 ablösefrei vom VfL Wolfsburg zu den Schwarzgelben und hat am Samstag einen Vertrag bis Juni 2029 unterschrieben. „Alexandra Popp ist eine der prägendsten Figuren im nationalen und internationalen Frauenfußball. Was für Erfolgsgeschichten sie mit einem Topklub wie dem VfL Wolfsburg und der deutschen Nationalmannschaft geschrieben hat, ist extrem beeindruckend. Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, Alex für unseren ambitionierten Weg zu begeistern“, sagt Geschäftsführer Carsten Cramer.
Popp selbst erklärt: „Mein Herz schlägt für diesen Verein. Ich komme langsam Richtung Ende meiner Karriere und muss dabei auch auf meinen Körper hören. Ich wollte nicht den Zeitpunkt und die Chance verpassen, im BVB-Trikot aufzulaufen. Das Interesse des BVB hat mich vom ersten Moment an stolz gemacht, ich hatte direkt ein großes Grinsen im Gesicht. Für mich ist es sehr spannend, den bislang so erfolgreichen Weg künftig mitentwickeln zu dürfen.“
BVB-Neuzugang Popp vor der Südtribüne
Popp wechselt mit enormer Erfahrung nach Dortmund: 145 Länderspiele für Deutschland mit 67 Treffern stehen ebenso zu Buche wie 332 Partien in der Bundesliga, in denen sie 158 Tore erzielte. In der Champions League kommt sie bislang auf 89 Einsätze und 36 Treffer. In ihrer erfolgreichen Karriere gewann sie unter anderem dreimal die Königsklasse, wurde siebenmal Deutsche Meisterin, holte 13 Mal den DFB-Pokal und krönte sich 2016 in Rio mit der deutschen Nationalmannschaft zur Olympiasiegerin. Nach 14 Jahren beim VfL Wolfsburg kehrt die gebürtige Wittenerin nun zurück ins Ruhrgebiet. Die 34-Jährige wurde nach der Verkündung lautstark von der Südtribüne gefeiert. Am Vormittag hatte der VfL Wolfsburg die Trennung im Sommer kommuniziert.

Die Popp-Verpflichtung ist das zweite dicke personelle Ausrufezeichen innerhalb weniger Tage. Erst am Donnerstag hatte der Verein die Verpflichtung von Ralf Kellermann als neuen Sportdirektor bekanntgegeben. Der 57-Jährige prägte über viele Jahre den Wolfsburger Frauenfußball – zunächst als Trainer, später als Sportdirektor – und formte das Team zu einer europäischen Topmannschaft. In seiner Zeit gewann Wolfsburg insgesamt 20 Titel, darunter sieben Deutsche Meisterschaften, elfmal den DFB-Pokal sowie zweimal die Champions League. 2013 holte er als Trainer sogar das Triple und wurde 2014 zum FIFA-Welttrainer des Jahres im Frauenfußball gewählt.