BVB-Präsident Watzke im Exklusiv-Interview „Noch ein, zwei Spieler, die den Unterschied machen“

BVB-Präsident Hans-Joachim Watzke im Profil, hinter im ein BVB-Logo.
Kaum jemand hat Borussia Dortmund mehr geprägt als Hans-Joachim Watzke. Seit fünf Monaten ist er Präsident. © Dennis Ewert/RHR-FOTO
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Sie haben sich öffentlich sehr zurückgezogen nach Ihrer Wahl zum Präsidenten und dem Ausscheiden aus der KGaA. Wie waren denn die ersten fünf Monate im neuen Amt, welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Was waren Ihre ersten Schritte im neuen Amt?

Ein wichtiger Auftrag der Mitglieder war die Ausarbeitung einer neuen Satzung…

Wie läuft der Austausch mit Ihren Vorstandskollegen?

Seit Jahren ein großes Thema im e.V. sind die unzureichenden Trainings- und Spielbedingungen für die Abteilungen Handball und Tischtennis. Der Bau einer neuen Halle ist ein langgehegter Wunsch – kommen Sie da voran?

Welche Größe würde da Sinn machen?

Das klingt danach, dass Sie sich sehr wohlfühlen in dieser Rolle, dass Ihnen das Spaß macht, oder?

Heißt das, dass aus dem Fußballfan Hans-Joachim Watzke jetzt auch zumindest ein Handball-Sympathisant geworden ist oder sogar noch mehr?

Wenn wir jetzt noch mal in der Zeitschiene so ein bisschen zurückgehen Richtung November: Ihr Wahlergebnis bei der Mitgliederversammlung war alles andere als heraustragend. War das für Sie ein Dämpfer oder eher ein Ansporn?

Hätten Sie sich gewünscht, dass Ihre Lebensleistung ein bisschen mehr gewürdigt wird?

Es gab bei dieser Versammlung sehr offene Kritik in den Redebeiträgen, zum Beispiel von Tobias Westerfellhaus oder Alexander Geske. Hat Sie das überrascht oder waren Sie ein bisschen vorgewarnt?

Wie sehen Sie jetzt Ihre Rolle? Eher der Moderator und das Bindeglied zwischen Klubführung und KGAA? Oder eher ein aktiver Gestalter, der jetzt noch auch richtig was bewegen will im e.V.?

Das zweite prägende Thema der Mitgliederversammlung war der Sponsoren-Deal mit Rheinmetall. Da gab es denn den klaren Auftrag, die Kooperation zu beenden bzw. auslaufen zu lassen. Werden Sie diesem Votum folgen?

Jetzt haben Sie die Brücke zur KGaA schon geschlagen. Wie schwer ist es für Sie, sich aus den operativen Entscheidungen rauszuhalten?

Wenn dann so eine Entscheidung ansteht wie jetzt bei der Trennung von Sebastian Kehl: Sind Sie da gar nicht involviert?

Können Sie ein wenig Einblicke geben?

Wie stark werden Sie denn Ihre Kontrollfunktion gegenüber der KGaA ausüben?

Lars Ricken steht aufgrund seiner Position deutlich mehr im öffentlichen Fokus. Wie hat er sich aus Ihrer Sicht entwickelt während der nun knapp zwei Jahre?

Was die Besetzung der Posten angeht, was Zuständigkeiten angeht und was eben das Zusammenwirken angeht: Sehen Sie da den Verein jetzt gut aufgestellt, auch längerfristig und auf einem guten Weg?

Dann zum Sportlichen: Ganz grundsätzlich, wie zufrieden sind Sie mit der bisherigen Saison?

Es scheint dort niemanden zu stören…

Den Anteil von Niko Kovac haben Sie ja schon ein bisschen beschrieben. Wie sehen Sie seine Rolle beim BVB – auch für die nächsten Jahre?

Rund um den BVB wird viel über die fußballerische Weiterentwicklung diskutiert. Können Sie diese Debatte bei der aktuellen Punkteausbeute nachvollziehen – oder geht sie Ihnen zu weit?

„Souverän“ ist das entscheidende Wort. Das war nicht immer der Fall.

Hat die Mannschaft aus Ihrer Sicht die richtige Balance aus Qualität, Mentalität und Führungsstärke – oder wo sehen Sie da noch Defizite?

Aber Sie können es ja beurteilen.

Trotzdem war in den Cup-Wettbewerben früh Schluss, in der Liga reicht es auch nicht für den großen Wurf.

Wie sehen solche Kader-Ideen aus?

Kosten diese Spieler nicht Geld, das man gar nicht mehr aufwenden kann?

Jadon Sancho würde keine Ablöse kosten ¬– und wäre solch ein Spielertyp. Kommt es zu einer erneuten Rückkehr?

Ein anderer Spieler bleibt. Der BVB konnte den Vertrag von Nico Schlotterbeck bis 2031 verlängern. Am Samstag gab es dennoch Pfiffe gegen ihn – weil der Vertrag eine Ausstiegsklausel beinhalten soll, die schon in diesem Sommer greifen könnte. Wie haben Sie das wahrgenommen?

Warum ist der Vertragsabschluss mit Schlotterbeck aus Ihrer Sicht ein guter Deal?

Für die Fans ist es dennoch ein fauler Kompromiss. Können Sie das verstehen?

Musste man den Kompromiss auch so weit eingehen, dass man Zugeständnisse macht, die man eigentlich nicht möchte?

Dann müsste man im Umkehrschluss nicht eigentlich fast jeden Vertrag heutzutage mit einer Ausstiegsklausel versehen?

Verstehen Sie, dass die Fans dieses Schlupfloch, jetzt im Sommer schon gehen zu können, nicht als klares Bekenntnis zum Verein anerkennen?

Ein kleiner Haken ist, dass man vielleicht dann sehr spät noch einen Transfer abwickeln müsste…

Da spielen jetzt zwei Ebenen gegeneinander. Die eine ist die ökonomische, die haben Sie gerade beschrieben. Die andere ist die Gefühlswelt, das Identifikationspotenzial dieser Mannschaft und eben das, was für viele Leute auch Borussia Dortmund ausmacht. Ist es dann nicht nachvollziehbar, dass für die Fans diese Verlängerung schwer zu akzeptieren ist?

Gab es denn bei Ihnen ein klares Commitment unter allen Beteiligten, „Wir machen das unter diesen Bedingungen“, oder gab es auch Gegensprecher?

Schlotterbeck könnte eigentlich ein Gesicht von Borussia Dortmund für die Zukunft sein. Taugt er noch als dieses Aushängeschild?

Kann Borussia Dortmund im internationalen Wettbewerb finanziell und sportlich überhaupt noch mit den Topklubs – vor allem aus der Premier League – mithalten?

Das allein reicht aber sicherlich nicht?!

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