Niklas Süle wird seine aktive Laufbahn nach dieser Saison beenden. Das gab der 30 Jahre alte Innenverteidiger im Podcast „Spielmacher“ bekannt. Sein Vertrag bei Borussia Dortmund endet am 30. Juni 2026.
BVB-Profi Süle befürchtete Kreuzbandriss
Der Entschluss habe sich bei Süle schon länger angebahnt. Endgültig gefallen sei die Entscheidung nach der Partie bei der TSG Hoffenheim am 30. Spieltag, in der sich der frühere Nationalspieler am Knie verletzte. Zunächst hatte es nach einer schweren Blessur ausgesehen.
Süle schilderte, wie Mannschaftsarzt und Physiotherapeut nach dem sogenannten Schubladentest einen Kreuzbandriss befürchteten. „Was ich empfunden habe, als unser Doc in der Kabine in Hoffenheim den Schubladentest gemacht hat, den Physio anschaute und den Kopf schüttelte, der Physio es ebenfalls gemacht hat und auch keinen Anschlag gemerkt hat, da bin ich in die Dusche und habe zehn Minuten geweint. In der Situation dachte ich wirklich: Das ist gerissen“, berichtet Süle.
Süle und der BVB – ein großes Missverständnis
Die Untersuchung am folgenden Tag brachte zwar Entwarnung. Für Süle war der Moment dennoch entscheidend. Es sei ihm dann „zu tausend Prozent klar“ gewesen, „dass es vorbei ist. Ich konnte mir nichts Schlimmeres vorstellen, als mich eigentlich auf die Zeit danach zu freuen – unabhängig zu sein, in den Urlaub zu gehen, Zeit mit meinen Kindern zu verbringen – dann aber meinen dritten Kreuzbandriss verarbeiten zu müssen.“ Der Gedanke an ein Leben nach dem Fußball – mit mehr Unabhängigkeit, Urlaub und Zeit für seine Kinder – habe in diesem Moment schwerer gewogen als ein weiteres Comeback.
Süle war im Sommer 2022 ablösefrei vom FC Bayern München nach Dortmund gewechselt. Für den BVB absolvierte er bislang 109 Pflichtspiele und erzielte drei Torr – die vierjährige Zusammenarbeit wird jedoch als teures Missverständis in die Vereinshistorie eingehen. Süle war häufig verletzt, hatte immer wieder mit Übergewicht zu kämpfen und konnte die Ansprüche in Dortmund nie erfüllen.
Süles besonderer BVB-Moment gegen Mainz
Besonders prägend blieb seine erste Saison in Schwarzgelb, als Borussia Dortmund am letzten Spieltag beim 2:2 gegen Mainz die sicher geglaubte Meisterschaft verspielte. Der Abend im Mannschaftshotel und der Weg zum Stadion am Spieltag hätten bei ihm Gefühle ausgelöst, wie er sie sonst nie erlebt habe.
„Was ich da gefühlt habe, so habe ich höchstens noch vor meinem ersten Profispiel empfunden – von der Nervosität, von der Aufregung. Das war einer der krassesten Momente, vor dem Mainz-Spiel, den ich überhaupt hatte. Ich weiß nicht, ob ich jemals in meinem Leben wieder dahin komme, dass ich so fühle – mit diesem Adrenalin“, so Süle.
Süle blickt positiv auf BVB-Zeit
Nach der knapp verpassten Meisterschaft erreichte er mit dem BVB in seiner zweiten Saison das Finale der Champions League – scheiterte aber erneut. Er habe sich dennoch vom ersten Tag an wohlgefühlt. Die Offenheit, Herzlichkeit und Ehrlichkeit in der Stadt hätten ihn beeindruckt.
„Wenn ich auf die vier Jahre in Dortmund zurückblicke, dann waren viele Momente dabei, die mir Spaß gemacht haben. Das Kabinengelaber, das Stadion – wir reden hier von 80.000. Ich wurde von den Fans immer offen empfangen. Die Zeit werde ich sehr vermissen. Ich habe am ersten Tag gemerkt, wie die Menschen in Dortmund sind: offen, herzlich, ehrlich. Damit habe ich mich mega verbunden gefühlt. Meine Kinder gehen hier in die Kita. Es fällt uns schon schwer, hier wegzugehen.“