Darum geht‘s:
- Martin Große-Peclum wurde nach 2012 erneut König und erster Schützenkaiser.
- Er betonte die Wichtigkeit des Zusammenhalts und genoss die besondere Würde.
- Das nächste Schützenfest bringt Vorfreude und Abschied von seiner Kaiserzeit.
Der Bürgerschützenverein Deuten stand in den letzten zwei Jahren unter kaiserlicher Führung. Nach einer Zitterpartie beim letzten Schützenfest sicherte sich nämlich Martin Große-Peclum, der bereits von 2012 bis 2014 Deuten als König regierte, mit dem 86. Schuss diese besondere Würde. Als Martin I. schrieb er so als erster Schützenkaiser des Vereins Geschichte.
Wie Martin Große-Peclum die Geschehnisse von vor zwei Jahren wahrnahm, ob sich seine beiden Regentschaften voneinander unterschieden haben und ob er gar plant, ein drittes Mal anzutreten, darüber sprach er im Interview.
Erst König, dann Kaiser: Herr Große-Peclum, wie kam es dazu?
Da ich selber im Vorstand bin, bekommt man mit, ob es schon Anwärter gibt. Es hat sich keiner bereit erklärt, auf den Vogel zu schießen. Ich habe den ersten Vorsitzenden Guido Fasselt, ein Freund von mir, gefragt, ob er mit mir ein Kaiserschießen macht. Er war König 1998. Unabhängig voneinander kam ihm aber auch schon der Gedanke.
Erinnern Sie sich noch an den Moment, als der Vogel fiel?
Der Vogel war sehr hartnäckig. Da wir es geschafft haben, zu viert auf den Vogel zu schießen – zwei Königsanwärter, zwei Kaiseranwärter – war es eine sehr emotionale Angelegenheit. Er konnte zu jeder Zeit fallen. Ich hörte das Jubeln, noch bevor ich begreifen konnte, dass das letzte Stückchen runterfiel.
Wer war der erste Mensch, der Ihnen gratuliert hat?
Unser Schießwart Thomas Gerling.
Wie haben Sie den Rest dieses Tages und die erste Nacht als Kaiser erlebt?
Pure Freude. Mit dem Schuss ist das Schützenfest, so wie man es bei uns kennt, gerettet.
Wenn Sie zurückblicken: Was war der schönste Moment?
Der schönste Moment war, als mir die Königskette zum zweiten Mal angelegt wurde.
Gab es auch Augenblicke, die Sie überrascht haben?
Überrascht hat mich unser Bürgermeister Tobias Stockhoff mit der Aussage: Ich wusste doch, dass du drauf schießen wirst.
Gab es Unterschiede zu ihrer ersten Regentschaft?
Beim ersten Mal ist alles fremd, da man keine Abläufe kannte. Beim zweiten Mal ist alles etwas entspannter, aber trotzdem aufregend.
Hat sich Ihr Blick auf den Verein oder das Schützenwesen in diesem Jahr verändert?
Für alle Schützenvereine ist es schwieriger geworden, ein Fest zu organisieren. Ohne den Zusammenhalt eines Vereins ist es auch nicht möglich, in Eigenregie so ein Fest zu gestalten.
Wer gehört zu Ihrer Throngemeinschaft?
Zur Throngemeinschaft gehören meine Königin Mechthild Hawig, die Ehrendamen Claudia Große-Peclum, Andrea Eißing und Sandra Günther, die Minister Stefan Hawig, Andreas Eißing und Guido Fasselt. Mit Mechthild und Stefan Hawig sind wir schon lange befreundet und haben dieses Thema schon mal in Erwägung gezogen. Wir haben gefragt und spontan haben sie ja gesagt. Genauso war es mit Andrea und Andreas. Wir alle kennen uns schon aus Kindheitstagen.

Hat sich Ihre Freundschaft durch die Regentschaft verändert oder sogar noch vertieft?
Wichtig für uns ist es, dass die Freundschaft an erster Stelle steht und wir alles gemeinsam besprechen und teilen.
Wer aus Ihrem Thron ist der Erste auf der Tanzfläche – und wer muss eher überredet werden?
Königin Mechthild ist meistens die Erste und überredet werden muss keiner.
Jetzt steht das nächste Schützenfest vor der Tür: Ist da eher Vorfreude oder auch ein bisschen Wehmut, die Kaiserwürde bald weiterzugeben?
Etwas von beiden. Als erster Kaiser ist das eine besondere Ehre für mich gewesen. Wir freuen uns auf unsere letzten Tage und werden sie in vollen Zügen genießen. Wir geben diese Würde gerne an den nächsten Anwärter weiter.
Haben Sie einen Rat für den nächsten Schützenkönig?
Einfach machen und die Zeit genießen, denn der Schützenverein begleitet einen.
Beschreiben Sie Ihre (zweite) Amtszeit bitte in nur einem Satz.
Es war eine wunderbare Zeit, die ich gerne mit vielen Menschen geteilt habe.
Dürfen Sie laut Satzung erneut antreten? Alle guten Dinge sind doch drei, oder?
Die Satzung besagt nicht, wie oft ich den Vogel runter schießen darf. Ebenso ist es keine Pflicht, wenn sich kein Anwärter findet, dass aus dem Vorstand ein König geschossen wird. Die Wahrscheinlichkeit, ein drittes Mal den Vogel runterzuholen, ist sehr gering, aber ganz ausschließen würde ich es nicht.
Das Programm in der Übersicht
- Freitag (8. Mai):
18.30 Uhr: Gemeinsamer Gottesdienst, anschließend Kranzniederlegung am Ehrenmal und Großer Zapfenstreich
20.30 Uhr: Tanz im Festzelt mit der Partyband hi-five
- Samstag (9. Mai):
10.30 Uhr: Konzert und Frühschoppen im Festzelt
11 Uhr: Ehrung der Vorstandsmitglieder, Offiziere und Vereinsmitglieder
14.20 Uhr: Antreten zum Festumzug im Zelt
14.45 Uhr: Festumzug
16 Uhr: Parade an der Kirche
17 Uhr: Einmarsch ins Festzelt
20 Uhr: Festball mit der Partyband hi-five
22 Uhr: Flaggenparade
- Sonntag (10. Mai):
9.30 Uhr: Treffen am Festzelt zum allgemeinen Schützenfrühstück
11 Uhr: Beginn des Königsschießens
17 Uhr: Festumzug und Parade vor dem neuen Königspaar
20 Uhr: Krönungsball mit der Partyband hi-five
22 Uhr: Flaggenparade