Darum geht‘s:
- Steffen Kölnberger wurde König des Lembecker Schützenvereins.
- Er wählte Maike Brüggemann zur Königin und erlebte ein aufregendes Regentschaftsjahr.
- Der Verein unterstützte ihn, während die Throngemeinschaft die Feierlichkeiten genoss.
Drei wagemutige Königsanwärter teilten sich die letzten Schüsse und die Chance auf die Königswürde beim letzten Schützenfest des Allgemeinen Bürgerschützenvereins Lembeck: Fabian Gedding, Kevin Jüttermann und Steffen Kölnberger traten gegeneinander an.
Das glücklichere Händchen hatte am Ende Steffen Kölnberger. Mit dem 318. Schuss musste sich der hölzerne Vogel geschlagen geben. Zur Königin nahm er sich Maike Brüggemann.
Was es ihm bedeutet, im Jubiläumsjahr den Verein als König repräsentiert zu haben, was sein Fußballverein mit der Teilnahme am Königsschießen zu tun hat, warum er ausgerechnet Maike zur Königin erkor und worauf er sich nun besonders freut – darüber sprach der 29-Jährige mit Redakteurin Lydia Klehn-Dressler.
Herr Kölnberger, wie kam es zu dem Entschluss, am letzten Königsschießen teilzunehmen?
Mir war immer schon klar, dass ich irgendwann mal Schützenkönig werden möchte – ich wusste nur nicht, wann der Zeitpunkt da sein würde. Vor zwei Jahren bin ich dann das erste Mal angetreten. Damals war ich Trainer der Lembecker Herrenfußballmannschaft. Mit meinem Team war abgesprochen: Wenn wir aufsteigen, dann trete ich an. Und so kam es dann auch. Allerdings habe ich damals nicht den Vogel von der Stange geholt. Letztes Jahr sind wir dann erneut aufgestiegen. Und deshalb habe ich beschlossen, gemeinsam mit meinem guten Freund Kevin Jüttermann, erneut anzutreten. Und dieses Mal war das Glück auf meiner Seite.
Also hatte Ihre Teilnahme nicht explizit etwas mit dem Jubiläum zu tun?
Nein. Natürlich war es jetzt etwas ganz Besonderes, im Jubiläumsjahr die Königswürde zu tragen. Aber im Grunde genommen hing der Zeitpunkt mit der Mannschaftsvereinbarung zusammen.

Ihr Fußballverein hat doch bestimmt mitgefiebert, oder?
Oh ja, das kann man so sagen. Ich wurde gut angefeuert und am Ende wurde natürlich auch gemeinsam gefeiert.
Erinnern Sie sich noch an den Moment, als der Vogel fiel? Was ging Ihnen durch den Kopf?
So ganz genau, kann ich das gar nicht beschreiben. Es ging so wahnsinnig schnell, dass ich alles gar nicht richtig wahrnehmen konnte. Meine beiden Kontrahenten, Fabian Gedding und Kevin Jüttermann, haben mich auf ihre Schultern gehoben. Familie, Freunde und die Fußballkumpels haben gratuliert. Es war wirklich viel auf einmal.
Wen wählten Sie zur Königin?
Königin wurde Maike Brüggemann. Wir kennen uns schon seit der Krabbelgruppe. Und bereits zu Schulzeiten haben wir abgesprochen, dass wir beide mal König und Königin in Lembeck werden. Wir wussten damals zwar noch nicht genau, wann es so weit sein würde, aber es war fest abgemacht.
Wie haben Sie beide den weiteren Tag erlebt?
Wir wurden oft gefragt, ob wir angespannt waren. Aber Anspannung ist das falsche Wort. Pure Freude trifft es eher. In Kombination mit Adrenalin. Es war schon alles sehr aufregend. Aber wir wurden gut begleitet.
Das heißt, der Verein hat Sie unterstützt und durch die weiteren Ereignisse geführt?
Auf jeden Fall. Wir wussten schon vorher, dass wir gut unterstützt werden. Und so war es dann auch. Die Verantwortlichen des Vereins haben alles mit uns durchgesprochen, sodass wir uns keine Sorgen machen mussten. So konnten wir auch den weiteren Ablauf genießen und das Ganze hat einfach Spaß gemacht. Der Umzug war dann natürlich ein besonderes Highlight für uns, ebenso wie die Party am Abend. Es waren so viele Leute da, die mit uns gefeiert haben. Das wir wirklich schön.
Sie entstammen ja auch einer regelrechten Schützenverein-Familie. Hat das bei der Vorstellung, was auf Sie als König zukommen wird, geholfen?
Auf jeden Fall. Mein Papa ist schon lange Offizier und war 2007 Ehrenherr, meine Mama war 2017 Königin und meine Schwester ist jetzt Ehrendame. Daher wusste ich ungefähr, was mich erwartet. Ich bin ja quasi, wie viele andere auch, in den Schützenverein hineingewachsen.
Das heißt, Nachwuchssorgen gibt es bei Ihnen im Verein nicht?
Nein. Und das liegt an der großartigen Unterstützung der Verantwortlichen des Vereins. Man engagiert sich wirklich immens und versucht, den Verein für jede Altersgruppe interessant zu machen. Und der Schützenverein funktioniert für jedes Alter.
Gab es während der Regentschaft dennoch Augenblicke, die Sie überrascht haben?
Nicht besonders viele, da ich durch den familiären Hintergrund ja wusste, was auf mich zukommt. Was mich dennoch verwundert hat, war, wie viele Leute einen tatsächlich auf die Königswürde ansprechen – auch über Lembeck hinaus.
Hat sich Ihr Blick auf den Verein oder das Schützenwesen während der Regentschaft verändert?
Nicht zwingend. Allerdings habe ich gemerkt, wie viel Arbeit im Hintergrund geleistet wird. Gerade jetzt zum Jubiläum besonders. Das ist schon beeindruckend.
Wenn Sie auf Ihre Regentschaft zurückblicken: Gab es besondere Momente?
Der Klassiker ist natürlich direkt der Montag, wenn man als neue Throngemeinschaft gefeiert wird. Aber es gab noch viele weitere Höhepunkte, die wir innerhalb des Throns erlebt haben, etwa die Weinprobe oder unser Wochenendausflug nach Willingen.
Wer gehörte neben Ihnen und der Königin noch zum Thron?
Kevin Jüttermann und Adrian Brück als Ehrenherren sowie Linda Hüsken und Hannah Kölnberger als Ehrendamen. Wir waren alle schon vorher Freunde und verbringen einen Großteil unserer Freizeit zusammen.
Hat sich Ihre Freundschaft durch die Regentschaft verändert?
Wir wussten, dass wir gut miteinander harmonieren. Durch die Throngemeinschaft hat sich das Ganze aber nochmal intensiviert. Wir treffen uns zum Beispiel auch einmal im Monat zum Stammtisch. Das wollen wir nach der Regentschaft auch beibehalten.
Gibt es eine feste Aufgabenverteilung?
Maike behält über alles den Überblick, worüber ich sehr dankbar bin. Und der gesamte Thron organisiert und kümmert sich um alles, was so anliegt. Ansonsten haben wir immer versucht, möglichst vollzählig an den Veranstaltungen teilzunehmen.
Wer aus Ihrem Thron ist immer als erstes auf der Tanzfläche?
Das bin des Öfteren ich (lacht). Aber Maike sorgt schon dafür, dass wir alle tanzen und unseren Spaß haben.
Jetzt steht das nächste Schützenfest vor der Tür: Ist da eher Vorfreude oder auch ein bisschen Wehmut, die Königswürde bald weiterzugeben?
Traurig bin ich nicht, aber es ist schon ein komisches Gefühl, dass die Zeit bald vorbei ist. Es ging so wahnsinnig schnell. Dennoch freuen wir uns auf die Feierlichkeiten und wollen jedes einzelne Event mitnehmen und genießen. Insbesondere dem Sonntag fiebern wir entgegen, denn das ist unser Abend. Und wenn dann am Montag der neue König feststeht, kann ich mich bestimmt entspannt zurücklehnen und einfach nur genießen. Und da es sich ja um ein Jubiläum handelt, ist das Ganze nochmal mehr besonders für uns als Thron.
Wie haben Sie es wahrgenommen, der König rund um das 150-jährige Jubiläum zu sein?
Alles war im Vergleich zu sonst eine Nummer größer. Das hat man schon gemerkt. Und dadurch wird auch unser Abschluss größer. Für mich ist es außerdem mit meinen 29 Jahren das erste große Jubiläum des Vereins, das ich aktiv miterleben durfte. Und das als König. Das sind Erinnerungen, die ich niemals vergessen werde.
Können Sie sich denn vorstellen, erneut König zu werden?
Das ist schwierig. Ich möchte es nicht verneinen. Allerdings war dieses Jahr so unfassbar schön und es hat so viel Spaß gemacht – ich glaube nicht, dass sich das in diesem Ausmaß wiederholen lässt. Es war ein einmaliges Jahr. Besser kann es doch eigentlich nicht werden. Ich könnte mir aber vorstellen, in 25 Jahren beim nächsten Kaiserschießen anzutreten. Aber in den nächsten Jahren werde ich erstmal als normaler Schütze mitfeiern.
Beschreiben Sie Ihre Regentschaft in einem Satz?
Es war das schönste und spannendste Jahr meines bisherigen Lebens.
Haben Sie einen Rat für den nächsten Schützenkönig?
Es locker angehen lassen. Die Unterstützung durch den Verein ist so groß. Da braucht man sich keine Sorgen machen.
Das Programm in der Übersicht
- Freitag, 22. Mai:
11 Uhr: Antreten der Schützen am Vereinslokal „Köster‘s Bierstuben“ (ab 10.30 Uhr 100 Liter Freibier für alle Schützen), Abmarsch zur Vogelstange in Pastors Busch zum „Kaiservogelschießen“
15 Uhr: Antreten des Bataillons im Festzelt mit anschließendem Festumzug und Parade an der Freitreppe
20 Uhr: Großer Kaiserball mit der Liveband CONFETTI
- Montag, 25. Mai
13 Uhr: Beginn Kinderschützenfest auf der Festwiese, musikalische Begleitung durch den Spielmannszug „Grün Weiß Lembeck“ und die Jugendabteilung der „Harmonie Lembeck“
16 Uhr: Beginn des Festumzugs auf der Festwiese und Umzug durch das Dorf
- Samstag, 30. Mai
17 Uhr: Ankündigung des Schützenfestes durch Böllerschüsse
18 Uhr: Antreten der Schützen im Festzelt zum gemeinsamen Kirchgang
18.30 Uhr: Festhochamt für die lebenden und verstorbenen Schützenbrüder, anschließend Gefallenenehrung mit großem Zapfenstreich vor der Freitreppe
20.15 Uhr: Ehrungen
20.30 Uhr: Tanzparty im Festzelt mit DJ Olaf Vranken
- Sonntag, 31. Mai
10 Uhr: Antreten des Bataillons am Vereinslokal „Köster‘s Bierstuben“, Abmarsch zum Frühschoppen im Festzelt mit der „Harmonie Lembeck“ und dem Spielmannszug „Grün-Weiß Lembeck“
12.45 Uhr: Antreten der Schützen im Festzelt
13.15 Uhr: Abholung des Königspaares/Hofstaates am Vereinslokal „Köster‘s Bierstuben“;
14.15 Uhr: Festakt auf der Festwiese im Gewerbegebiet, anschließend Festumzug und Parade an der Freitreppe
20 Uhr: Festball mit der Liveband Strykers
- Montag, 1. Juni
6 Uhr: Wecken durch den Spielmannszug Lembeck
10.30 Uhr: Antreten der Schützen am Vereinslokal „Köster‘s Bierstuben“ (ab 9.30 Uhr 100 Liter Freibier für alle Schützen), Abmarsch zur Vogelstange in Pastors Busch zum „Vogelschießen“
17 Uhr: Antreten des Bataillons im Festzelt mit anschließendem Festumzug und Parade an der Freitreppe
20 Uhr: Großer Krönungsball mit der Liveband Strykers