Ein Regionalexpress ist in der Nacht zu Samstag (21.3.) bei Kamen über mehrere Betonplatten und eine Metallstange gefahren und dabei erheblich beschädigt worden. Der Vorfall ereignete sich kurz nach Mitternacht auf der Strecke zwischen Dortmund und Kamen, wie die Leitstelle der Polizei Unna am Samstagabend auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte. Zuvor hatte ein Leser auf den Vorfall aufmerksam gemacht.
Nach Angaben der Polizei Dortmund erkannte der Lokführer zwischen Kamen-Methler und dem Bahnhof Kamen plötzlich Gegenstände auf den Gleisen. Trotz sofort eingeleiteter Notbremsung kam es zur Kollision. Der Zug kam anschließend im Bahnhof Kamen zum Stehen.
Erste Ermittlungen ergaben, dass der oder die Täter die Platten von einem Kabelschacht nahe der Strecke entfernt hatten, teilte die Polizei Dortmund am Sonntag (22.3.) in einer Pressemitteilung mit. Der Tatort liegt im Bereich einer Unterführung an der Königstraße/Roggenkamp.
Der Zug war nach dem Zusammenstoß nicht mehr fahrbereit. Die insgesamt 309 Fahrgäste blieben unverletzt und mussten die Bahn verlassen. Sie konnten ihre Reise mit einem Ersatzzug fortsetzen.
Die Höhe des Sachschadens am Zug schätzt die Bundespolizei auf „mindestens 40.000 Euro“.

Staatsschutz ermittelt
Die Bahnstrecke musste in der Nacht zeitweise gesperrt werden. Die Polizei leitete ein Strafverfahren wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ein. Da ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden kann, hat der Staatsschutz des Polizeipräsidiums Dortmund die Ermittlungen aufgenommen.
Die Polizei sucht jetzt Zeugen: Wer hat vor Mitternacht verdächtige Personen im Bereich der Bahnstrecke bei Kamen-Methler beobachtet? Hinweise nimmt sie unter der Telefonnummer (02 31) 1 32 74 41 entgegen.
Ähnliche Vorfälle
Der Vorfall weckt Erinnerungen: Vor etwa einem Jahr hatten Unbekannte bei Kamen-Methler eine Betonplatte auf die Gleise gelegt. Ein ICE überfuhr sie, wurde aber nicht beschädigt. Verletzt wurde niemand. Der Lokführer sah sich nach dem Schrecken aber nicht mehr in der Lage, weiterzufahren.
Vor 22 Jahren, am 4. April 2004, kam es auch zu einem ähnlichen Vorfall. Unbekannte hatten sechs schwere Metallplatten auf den Gleisen verschraubt. Ein ICE konnte gerade noch rechtzeitig bremsen. Der Täter wurde nie gefunden.