Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Dortmund und des Polizeipräsidiums Recklinghausen hat die Zentralstelle für die Verfolgung der Umweltkriminalität (ZeUK) in NRW gegen einen 59-jährigen, bereits wegen Umweltdelikten vorbestraften Mann sowie eine 57-jährige, nicht vorbestrafte Frau Anklage zur Umweltstrafkammer des Landgerichts Dortmund erhoben. Den Erkelenzern wird gemeinschaftlicher unerlaubter Umgang mit Abfällen und unerlaubtes Betreiben genehmigungsbedürftiger Anlagen in drei Fällen vorgeworfen.
Die Angeschuldigten sollen als Geschäftsführerin und als verantwortlicher Betriebsleiter ein Unternehmen betrieben haben, dessen geschäftlicher Schwerpunkt der Transport von Baustoffen, Bodenmaterialien und sonstigen Abfällen gewesen ist.
Nach Abschluss der Ermittlungen bestehe gegen beide der hinreichende Verdacht, dass sie seit April 2021 mehr als 125.000 Tonnen belastete Böden und sonstige (gefährliche) Abfälle auf drei Betriebsflächen im Kreis Heinsberg abgelagert oder zur dauerhaften Lagerung entgegengenommen haben, heißt es am Freitag (20.3.) in einer Erklärung der ZeUK.
Den Ermittlern zufolge sollen rund 45.000 Tonnen belastete Bodenmaterialien und andere Abfälle wie Katalysatoren auf ein Gelände in Selfkant gebracht und dort ohne die abfallrechtliche Genehmigung dauerhaft abgelagert worden sein. Es bestehe der Verdacht, dass es sich insgesamt um gefährliche Abfälle bis hin zur sogenannten Deponieklasse III handelte.
Entsorgungskosten in Millionenhöhe
Außerdem sollen auf einem Betriebsgelände in Erkelenz etwa 57.000 Tonnen belasteter Bodenmaterialien – teils bis zur Deponieklasse II – und auf einem Grundstück in Wassenberg rund 23.500 Tonnen belasteter Bodenmaterialien der Materialklasse BM-F3 illegal gelagert worden sein.
Die Entsorgung der illegal abgelagerten Abfälle dürfte nach Einschätzung der ZeUK mindestens 6,5 Millionen Euro kosten.
Erst vor wenigen Tagen war im Zusammenhang mit dem Ermittlungskomplex „Boden NRW“ eine erste Anklage gegen einen 63-jährigen Mann aus Unna erhoben worden. Firmen aus ganz NRW stehen im Verdacht, belastete Böden illegal abgekippt zu haben. Auch im Kreis Recklinghausen hatte es diesbezüglich Razzien und Bodenuntersuchungen, unter anderem bei einer Firma in Datteln sowie auf Grundstücken in Recklinghausen und Horneburg, gegeben. Nähere Angaben zum Stand der Ermittlungen in diesen Fällen machte Oberstaatsanwalt Alexander Kilimann auf Nachfrage am Freitag (20.3.) nicht.