Kreis Unna kündigt Verträge mit Reinoldus Rettungsdienst soll sichergestellt sein

KTW an der Rudolf-Diesel-Straße in Unna
Die Reinoldus Rettungsdienst gGmbH fuhr zuletzt neben zwei RTW in Fröndenberg auch noch sechs Krankenwagen in Unna. Der Kreis hat die Verträge nun außerordentlich gekündigt. © Marcel Drawe
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Was sich in den vergangenen Tagen abgezeichnet hat, wird nun Realität: Die Kreisverwaltung Unna hat die Verträge mit der im Insolvenzverfahren befindlichen Reinoldus Rettungsdienst gGmbH kurzfristig außerordentlich gekündigt, wie auf Anfrage unserer Redaktion am Donnerstag (26.3.) mitgeteilt wurde.

Wie der Kreis Unna weiter mitteilt, übernehme das DRK „nahtlos“ die benötigten Rettungsmittel – die Sicherstellung des Rettungsdienstes sei „weiterhin zu jeder Zeit lückenlos gewährleistet“. Reinoldus bediente zuletzt noch die beiden Rettungswagen (RTW) in Fröndenberg sowie sechs Krankenwagen (KTW) in Unna.

Zweifel an Leistungsfähigkeit

Die Rettungsdienstbehörde, also der Kreis Unna, habe bei dem Unternehmen nachgeforscht, ob Sicherheit und Leistungsfähigkeit des Betriebs noch gewährleistet seien. Zweifel daran habe das Unternehmen, wie es heißt, nicht ausräumen können. Die Kreisverwaltung habe aus diesem Grund „zum Mittel der außerordentlichen Kündigung greifen (müssen), um Störungen im Rettungsdienstbetrieb auszuschließen“.

Reinoldus habe zuletzt im Bereich des „nicht-zeitkritischen“ Krankentransportes wiederholt Dienstschichten abgemeldet, was die Zweifel offenbar auslöste. Der Kreis Unna befolge aber im Bereich des Bevölkerungsschutzes „die klare Linie, keinerlei Risiken für die Versorgung der Bevölkerung in Kauf zu nehmen“, betont die Verwaltung in ihrer Mitteilung.

Eine DRK-Mitarbeiterin hilft beim verladen von Hilfsgütern.
Nach der Kündigung der Verträge mit dem insolventen Reinoldus Rettungsdienst übernimmt das Deutsche Rote Kreuz die Versorgung im Kreis Unna und stellt den Rettungsdienst lückenlos sicher.© Christoph Soeder/dpa (Symbolbild)

Jede Gefahr, „dass die Leistungsdefizite des Unternehmens auf den sensiblen Bereich des Notfallrettungsdienstes übergreifen“, hätte „sicher ausgeschlossen“ werden müssen. Der Kreis Unna betont: „Deshalb war dieser drastische Schritt nunmehr unvermeidlich.“

Nach der Kündigung übernehme das DRK die bisher von Reinoldus betriebenen Notfallrettungsmittel: zwei RTW im 24 Stunden-Dienst am Standort Fröndenberg zum 1. April. Die Übertragung der Kapazitäten im qualifizierten Krankentransport – sechs KTW – erfolge sodann sukzessive im Laufe des April.

„Kein Risiko im Rettungsdienst“

Mit dieser Lösung wird eine vom vorläufigen Insolvenzverwalter Dr. Sebastian Henneke ins Spiel gebrachte Variante, dass die Verträge von Reinoldus mit dem Kreis Unna sowie die Beschäftigten von einem anderen privaten Rettungsdienstunternehmen übernommen werden könnten, hinfällig.

„Wir sind dafür verantwortlich, dass der Rettungsdienst in den Kommunen jederzeit gewährleistet ist“, wird Dezernent Holger Gutzeit am Donnerstag zitiert. Und weiter heißt es wörtlich: „Wir können da kein Risiko eingehen, das auf Kosten der Bevölkerung geht. Wenn jemand in Not ist, muss sichergestellt sein, dass auch ein Rettungswagen schnell verfügbar ist. Das hat oberste Priorität und das stellen wir mit diesem Schritt sicher.“

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