Verfolgungsfahrt und Unfall auf A2 bei Lünen Machete im Kofferraum, Fahrer festgenommen

Der Mercedes mit Dortmunder Kennzeichen wurde bei dem Unfall stark beschädigt. © Aleksa
Lesezeit

Update, 12.35 Uhr:

Polizeisprecher Tobias Nico Boccarius gibt auf Anfrage der Redaktionen noch weitere Details zu dem Einsatz heraus. Demnach sei der festgenommene Dortmunder bereits polizeilich bekannt – unter anderem wegen Betäubungsmittelverstößen und Körperverletzung. Weitere Angaben zu den Fällen könne Boccarius nicht nennen. Dass der Mann überhaupt am späten Mittwochabend kontrolliert werden sollte, komme bei normalen Streifenfahrten vor. Es sei nicht unüblich, dass die Beamten das ein oder andere Kennzeichen überprüfen. Wenn ihnen dabei etwas auffällt, wird den Fahrern kenntlich gemacht, dass gleich eine Kontrolle erfolgt.

Diese findet – wenn denn möglich – auf einem nahe gelegenen Parkplatz statt. In diesem Fall wollten die Polizeibeamten die nächste Ausfahrt herunterfahren, um dort die Überprüfung umzusetzen. Dazu ist es dann durch die Flucht des 32-Jährigen nicht mehr gekommen. Während der Verfolgungsfahrt auf der A2, wo der Dortmunder teilweise bis zu 200km/h gefahren sei, wurden laut dem Polizeisprecher keine anderen Verkehrsteilnehmenden gefährdet. Erst als der Fahrer dann verunfallt sei, hätten einige Autos abbremsen müssen, um nicht auch noch in den Unfall verwickelt zu werden. Zu dem Zeitpunkt – nahe der Abfahrt Lünen-Süd – soll der 32-Jährige noch mit einer Geschwindigkeit von gut 150 km/h unterwegs gewesen sein.

Ergebnisse für den Bluttest, der am Abend erfolgte, liegen der Polizei noch nicht vor. Diese könne laut Polizeisprecher Tobias Nico Boccarius mehrere Wochen dauern. Ob vor dieser Probenentnahme noch ein Drogenvortest durchgeführt wurde, kann er nicht sagen. Eine solche Durchführung hänge auch immer von der Situation an der Unfallstelle und von der Schwere der Verletzungen bei den Unfallbeteiligten ab.

Dass dem Mann auch ein Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen wird, liegt an dem Macheten-Fund im Kofferraum. Die Machete sei ohne Behältnis transportiert worden und sofort griffbereit gewesen. Solche feststehende Messer mit einer Klingenlänge über 12 Zentimetern dürfen in Deutschland gemäß dem Waffengesetz in der Öffentlichkeit grundsätzlich nicht geführt werden. Der Erwerb und Besitz sind ab 18 Jahren erlaubt, jedoch ist das Führen verboten. Ausnahmen gelten nur bei berechtigtem Interesse oder durch Transport in einem verschlossenen Behältnis.

Update, 10.25 Uhr:

Wie die Polizei Dortmund in einer Mitteilung am Donnerstag (9. April) erklärt, wollten die Beamten den auffälligen Mercedes gegen 20.50 Uhr auf Höhe der Anschlussstelle Dortmund-Mengede kontrollieren. Zuvor hatte eine Überprüfung im polizeilichen Informationssystem ergeben, dass der Fahrzeughalter nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis ist. Nachdem der Fahrer das Anhaltezeichen der Polizisten missachtet hatte, floh er mit stellenweise 200 Kilometer pro Stunde vor dem Streifenwagen. Der Fahrer wurde nach dem Unfall festgenommen. Neben der Bestätigung, dass der Mann ohne Führerschein unterwegs war, gibt es auch Hinweise, dass er unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand.

Der schwer verletzte Mann wurde in eine Klinik gebracht. Dort wurde ihm eine Blutprobe entnommen. Auch seine 34-jährige Frau und die drei gemeinsamen Kinder (2, 5 und 7 Jahre alt) wurden zur Beobachtung in eine Klinik gebracht. Der entstandene Sachschaden wird von der Polizei derzeit auf 15.000 Euro geschätzt. Den Mann erwarten nun mehrere Anzeigen, unter anderem wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Gefährdung des Straßenverkehrs. Hinzukommt eine Ordnungswidrigkeitsanzeige wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Update, 9. April, 8 Uhr:

Wie die Deutsche Presseagentur am Morgen nach dem Unfall berichtet, sind nun erste Erkenntnisse zum Unfallhergang bekannt. Nachdem der Wagen das Anhaltezeichen der Polizei ignorierte, fuhr er an der Anschlussstelle Lünen-Süd von der Autobahn ab und geriet in einer Kurve ins Schleudern. In der Folge durchbrach der Wagen eine Leitplanke und landete auf dem Grünstreifen und rutschte in einen etwa 15 Meter tiefen Abgrund, der Fahrer wurde mittelschwer verletzt.

Die Rettung der Menschen gestaltete sich schwierig, es brauchte Leitern, Seile und eine Schleifkorbtrage. Ein Abschleppdienst barg nach der Spurensicherung den Wagen. Bei der Durchsuchung des Wagens stellten die Beamten auch eine Machete sicher. Nach Angaben der Polizei war der Fahrer zudem ohne gültige Fahrerlaubnis unterwegs. Außerdem wurde ihm eine Blutprobe entnommen.

Erstmeldung, 8. April, 22 Uhr:
Schwerer Unfall am Mittwochabend (8. April) auf der A2 an der Abfahrt Lünen-Süd. Dort ist zur Stunde gegen 22 Uhr die Auffahrt gesperrt, der Einsatz von Polizei und Feuerwehr läuft. Nach ersten Angaben eines Polizeisprechers haben Einsatzkräfte auf der A2 gegen 20.50 Uhr einen Mercedes mit Dortmunder Kennzeichen anhalten wollen, weil der auffällig schnell unterwegs gewesen sein soll. Der Mann ignorierte die Anhaltezeichen jedoch und floh vor der Polizei. Die Verfolgungsfahrt endete schließlich an der A2-Abfahrt Lünen-Süd, wo der Mercedes von der Fahrbahn abkam, eine Leitplanke durchschlug und erst tief im Graben zum Stehen kam.

Der Wagen war demnach mit fünf Personen besetzt: Fahrer, dessen Ehefrau, sowie drei Kleinkinder. Unser Reporter vor Ort berichtet, dass die Polizei mehrere Kindersitze aus dem Auto geholt habe. Die gute Nachricht: Ehefrau und Kinder sollen unverletzt geblieben sein, der Fahrer klage nach ersten Informationen über Bauchschmerzen. Lebensgefahr bestehe nicht. Der Verkehr auf der Autobahn läuft indes normal weiter, nur die Abfahrt bleibt für die Dauer der Maßnahmen gesperrt.

Sie sind bereits registriert?
Hier einloggen