Anklage gegen Tochter von Schalkes Manager-Legende erhoben Was geschah mit Rudi Assauers Vermögen?

Schalkes Manager-Legende Rudi Assauer: Was geschah nach seinem Tod mit seinem Vermögen? Nun hat die Staatsanwaltschaft Essen Anklage u. a. gegen seine Tochter erhoben.
Schalkes Manager-Legende Rudi Assauer: Was geschah nach seinem Tod mit seinem Vermögen? Nun hat die Staatsanwaltschaft Essen Anklage u. a. gegen seine Tochter erhoben. © picture-alliance / dpa/dpaweb
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Darum geht‘s:

  • Was geschah mit Rudi Asssauers Vermögen? Und wie groß war es tatsächlich nach seinem Tod? Die sich seit Jahren stellende Frage steuert nun auf ein finales Kapitel zu.
  • Denn laut „Focus online“ hat die Staatsanwaltschaft Essen jetzt Anklage gegen Rudi Assauers Tochter Bettina Michel erhoben. Die Anklage richtet sich auch gegen die ehemalige Privatsekretärin Rudi Assauers und gegen einen ehemaligen Fußballtrainer.
  • Die Vorwürfe lauten „banden- und gewerbsmäßiger Betrug“ sowie Bettina Michel betreffend „Abgabe der falschen Versicherung ein Eides statt“.

Am 6. Februar 2019 ist Rudi Assauer gestorben. Es dauerte nicht lange, bis erste Fragen nach dem Verbleib des Vermögens der Schalker Manager-Legende auftauchten. Jahrelang gab es Gerüchte, Mutmaßungen, Spekulationen, die mit dem Fall beschäftigten Juristen dürften mittlerweile gut daran verdient haben. Nun gibt es ein neues, vielleicht und hoffentlich auch finales Kapitel: Laut „Focus online“ hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen die Tochter von Rudi Assauer, Bettina Michel, erhoben.

Die Vorwürfe richten sich auch gegen einen mittlerweile verstorbenen Arzt, gegen einen ehemaligen Fußballtrainer und gegen Assauers ehemalige Privatsekretärin Sabine Söldner, gegen beide richtet sich auch die Anklage. Laut „Focus online“ lauten die Anklagepunkte „banden- und gewerbsmäßiger Betrug sowie Abgabe der falschen Versicherung an Eides statt“.

Generalvollmacht erschlichen?

Der schwer an Alzheimer erkrankte Rudi Assauer soll demnach um den Erlös aus dem Verkauf seiner Immobilien gebracht worden sein. Im Jahr 2012 soll der Entschluss dazu gereift sein, beschleunigt durch eine erschlichene Generalvollmacht für Assauer – der soll nach Auffassung der Staatsanwaltschaft in diesem Zeitraum aber schon nicht mehr geschäftsfähig gewesen und die Vollmacht insofern ungültig gewesen sein. Im Sommer 2015 sollen die Beschuldigten begonnen haben, die Objekte zu veräußern.

Bei den Schalke-Fans unvergessen: Choreo für den verstorbenen Rudi Assauer im Mai 2019.
Bei den Schalke-Fans unvergessen: Choreo für den verstorbenen Rudi Assauer im Mai 2019.© RHR-FOTO

Michel soll laut Staatsanwaltschaft einen Betrag in mittlerer sechsstelliger Höhe erhalten haben, die ebenfalls unter Anklage stehenden Personen einen Betrag im sechsstelligen Bereich. „Focus online“ liegt die Anklageschrift offenbar vor und berichtet von „767.000 Euro, die Bettina Michel ihrem Vater abgenommen haben soll“. Wurde Rudi Assauers Vermögen nach seinem Tod auf ca. 2,4 Millionen Euro geschätzt, gab Bettina Michel im Mai 2024 vor dem Landgericht in Bochum zu Protokoll, dass der Nachlass ihres Vaters nur noch 45.000 Euro an Aktiva umfasst habe. Die Staatsanwaltschaft geht von einer glatten Lüge aus und hat Michel deshalb wegen falscher Versicherung an Eides statt angeklagt.

Die Verteidiger von Söldner und Michel erklärten auf Anfrage von „Focus online“: „Unsere Mandantinnen sind besorgt, insbesondere weil nun durch eine öffentliche Hauptverhandlung Details aus dem Familienleben nach außen getragen werden.“ Burkard Benecken und sein Kollege Hans Reinhardt teilten mit: „Wäre der Verstorbene nicht Rudi Assauer, wären nach unserer Auffassung niemals derart umfangreiche Ermittlungen angestellt worden. Nunmehr müssen sich unsere Mandantinnen für Vorwürfe verantworten, die teilweise weit über zehn Jahre zurückliegen.“ Michel, die ihren Vater während seiner Erkrankung gepflegt hat, befürchte zudem, „dass auch das Ansehen ihres prominenten Vaters im Nachhinein Schaden nehmen könnte“.

Rücktritt am 17. Mai 2006

Rudi Assauer war Manager des FC Schalke 04 zwischen 1981 und 1986 sowie zwischen 1993 und 2006. In seiner zweiten Amtszeit machte er mit seinen Vorstandskollegen aus Schalke einen Verein europäischen Formats, außerdem war er der „Motor“ beim Bau der im August 2001 eröffneten Arena. Am 17. Mai 2006 trat Rudi Assauer zurück, in einer nächtlichen Sitzung hatte ihm der Schalker Aufsichtsrat einstimmig das Vertrauen entzogen. Das Kontrollgremium begründete den Schritt später damit, dass Rudi Assauer aufgrund seiner Krankheit „nicht mehr geschäftsfähig“ gewesen sei.

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