Dass Nikola Katic dahin geht, wo es weh tut und den Kopf hinhält, wissen Schalke-Fans seit dem ersten Saisonspiel gegen Hertha BSC: Katic wechselte sich trotz einer Gehirnerschütterung selbst wieder ein – entgegen den Anweisungen des Mannschaftsarztes. Auch zuletzt gegen Darmstadt zog sich Katic direkt beim ersten Kopfballduell eine blutige Unterlippe zu und spielte weiter. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärte der Schalker Abwehrchef nun seine Beweggründe für seine unerschütterliche Spielweise.
„Das ist“, so Katic, „einfach meine Art zu spielen und alles fürs Team zu geben. Das ist meine Rolle. Ein Leader für die Mannschaft zu sein, das kommt bei mir durch die Leistung auf dem Platz. Nicht durch Ansprachen in der Kabine. Und es ist auch meine Botschaft an die Gegner: dass ich nicht zögern werden, mit allem, was ich habe, in den Zweikampf zu gehen. Ich will keine Schwächen und keine Furcht zeigen.“
Auch nicht beim Training – egal, ob es stürmt oder schneit: Katic trainiert auf Schalke regelmäßig in kurzer Hose und kurzärmeligem Trikot. „Um ehrlich zu sein“, so Katic in dem SZ-Interview, „ich mag es nicht, wenn Spieler rosa Schuhe tragen und Handschuhe, sobald es ein bisschen kälter ist. Das sendet, denke ich, das falsche Signal.“
„Ich finde es ein bisschen schade“
Auch bei seiner Bewertung des Aufstiegsrennens mit Schalke zeigt Katic klare Kante: „Ich merke, dass mit unseren Erfolgen auch die Erwartungen gestiegen sind, und ich finde es ein bisschen schade, dass im Stadion zuletzt auch negativer Druck entstanden ist. Ich sage den Leuten: ,Denkt an den HSV, der hat sieben Jahre gebraucht.‘“
Katic und sein Schalker Vereinskollege Edin Dzeko spielen heute mit Bosnien-Herzegowina im WM-Playoff-Halbfinale in Wales (20.45 Uhr MEZ).