Schalke 04 trauert um Manfred Kreuz Was den Meisterspieler von 1958 ausgezeichnet hat

An seinem 90. Geburtstag erhielt Manfred Kreuz Besuch von Frank Baumann.
An seinem 90. Geburtstag erhielt Manfred Kreuz Besuch von Frank Baumann. © Schalke 04
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Darum geht‘s:

  • Mit Manfred Kreuz ist Schalkes letzter Meisterspieler gestorben. Er wurde 90 Jahre alt.
  • Damit geht eine Eopche der Schalker Vereinsgeschichte zuende.
  • Seine Karriere verlief außergewöhnlich. Nicht nur auf dem Fußballplatz hatte Kreuz große Qualitäten.

An seinem 90. Geburtstag am 7. März erhielt Manfred Kreuz Besuch, über den er sich sehr freute. Schalkes Sportvorstand Frank Baumann war zu Gast und brachte unter anderem ein großes Bild mit, um das Geburtstagskind zu würdigen. Danach wurde natürlich viel gefachsimpelt über frühere Fußballzeiten und aktuelle Entwicklungen. Nun ist Manfred Kreuz am Mittwoch im Alter von 90 Jahren gestorben. Er war bis dahin der letzte noch lebende Meisterspieler der legendären Schalker Mannschaft von 1958, die den Deutschen Meistertitel gewann. Insofern geht eine Epoche der königsblauen Vereinsgeschichte mit dem Tod von Manfred Kreuz endgültig zu Ende.

Wenn ich Manfred Kreuz um eine Interviewtermin bat, war er immer pünktlich zur Stelle. Allerdings brauchte es manchmal ein bisschen Überredungskunst, weil er sich nie in den Vordergrund drängte. Schalke 04 charakterisierte ihn in seinem Nachruf als „eine prägende Persönlichkeit, die den Verein mit Haltung, Tatkraft und großer Bescheidenheit ausgemacht hat“. Das trifft den Nagel auf den Kopf.

Finanzamt und Fußballplatz

Kreuz‘ Weg zu den Königsblauen beginnt Mitte der 1950er-Jahre: Entdeckt von Vereinslegende Ernst Kuzorra und Trainer Edi Frühwirth, wechselt der talentierte Offensivspieler 1956 nach Schalke. Tagsüber am Schreibtisch beim Finanzamt, nachmittags im Training auf der Glückauf-Kampfbahn. So sah sein Alltag aus, der mit der heutigen Zeit rein gar nichts mehr zu tun hat. Aus dem bulligen Jugendlichen wird auf halblinks ein torgefährlicher, schneller Antreiber. Unvergessen bleibt sein Auftritt im Niedersachsenstadion 1958, als er beim 3:0-Endspielsieg gegen den Hamburger SV zehn Minuten vor Schluss den dritten Treffer erzielt und damit die bislang letzte Deutsche Meisterschaft für Schalke 04 endgültig besiegelt. Bescheiden wie er war, ordnete er diesen Höhepunkt später dennoch hinter anderen Momenten seiner Laufbahn ein.

Klarer moralischer Kompass

Seine größte Stunde schlägt für viele Schalker einige Jahre später: Als Kapitän führt Kreuz die Mannschaft durch schwierige Zeiten, in denen die Bundesliga jung ist, die Verlockungen groß sind und Schalke sportlich wankt. Mit harter Arbeit, Teamgeist und einem klaren moralischen Kompass richtet er den FC Schalke wieder auf. Sinnbild dafür ist die Saison 1965/1966, in der die Königsblauen den Klassenerhalt sichern. Der Schlussakkord gegen Borussia Neunkirchen mit seinem Tor zum 2:0 und der Junge mit dem Blumenstrauß auf dem Rasen stehen bis heute für das, was Schalke ausmacht: Nähe, Dankbarkeit und der gemeinsame Glaube an die königsblaue Gemeinschaft.

Bis 1968 trägt Manfred Kreuz die Kapitänsbinde, dann beendet er seine aktive Karriere im Alter von 32 Jahren. Für Schalke 04 absolviert er insgesamt 135 Oberligaspiele, in denen er 42 Tore erzielt. Hinzu kommen sieben Partien um die Deutsche Meisterschaft, zwölf Pokalspiele mit vier Treffern, vier Einsätze im Europapokal sowie 83 Bundesligaspiele, in denen er 16-mal trifft.

Schalke 04 trauert um Manfred Kreuz.
Schalke 04 trauert um Manfred Kreuz.© RHR-FOTO

Auch nach der aktiven Laufbahn bleibt er Königsblau eng verbunden: Er trainiert die Amateure, gehört von 1999 bis 2013 dem Ehrenrat an und wird zum Ehrenspielführer sowie Mitglied des Ehrenpräsidiums berufen. Öffentlichkeitswirksam tritt er selten in Erscheinung, nahe am Verein bleibt er dennoch: Oft unauffällig aber immer nahbar als treuer Besucher der Heimspiele in der Veltins-Arena.

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