Der erste Gratulant stand nach dem 4:1 gegen Preußen Münster bereits bereit: Gästetrainer Alois Schwartz sprach von dem „Aufsteiger“, den er gesehen habe. Auf Schalke wird der Satz registriert – aber noch nicht unterschrieben. Reporter René Preuß zückte zwar schon den Tabellenrechner, Schalke-Experte Norbert Neubaum bremste jedoch: „Zum Gratulieren ist es noch ein bisschen früh.“
Dabei lieferte Königsblau eine Leistung, die in ihrer Konsequenz mehr war als ein Pflichtsieg gegen den Tabellenletzten. Schalke überrannte Münster in der Anfangsphase, ließ aber reihenweise Großchancen liegen: Ljubicic (4.), Karaman (6., 13., 14.), Becker (16.) und Sylla hätten früh für Klarheit sorgen können. Preuß‘ Befürchtung vom „schalkigen Moment“ lag kurz in der Luft – bis Kenan Karaman in der 36. Minute den Knoten löste.
Neubaum sah genau darin eine Reifeprobe: Druck nach vorn, ohne die Defensive zu öffnen. Münster blieb offensiv lange harmlos, die erste Ecke gab es laut Neubaum erst spät. Schalke fand gegen den tief stehenden Gegner „Tiefen, die es eigentlich gar nicht gab“, wie Trainer Miron Muslic es formulierte – und erhöhte nach dem 1:0 konsequent. Einziger Makel: das späte 4:1, das Torhüter Karius und die Nebenleute sichtbar ärgerte. Für Neubaum ein gutes Zeichen: „Das macht wieder wach.“ Personell passte zudem vieles: Becker, Schallenberg und Sylla konnten trotz Gelbgefahr vorzeitig runter, Neuzugang Dylan Leonard gab sein Debüt.
Nun wartet der Gipfel in Paderborn. Schalke hat Luft, aber noch keine Garantie – und genau das scheint dem Auftritt nach Münster fast zu entsprechen: viel Souveränität, keine Selbstzufriedenheit.
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