Selten lag über einer Pressekonferenz so viel Vorfreude – und so viel Mahnung. Schalke hat am Samstag gegen Fortuna Düsseldorf den ersten Matchball: Ein Sieg, und die Rückkehr in die Bundesliga wäre nach vier Jahren perfekt. Entsprechend kreist in Gelsenkirchen alles um eine Frage: Wie hält der Klub die Emotionen im Griff?
Trainer Miron Muslic eröffnete die Runde nicht mit Taktik, sondern mit einem dringenden Appell. Die Botschaft, später auch von Vereinsseite wiederholt: feiern ja, Platzsturm nein. „Das Stadion ist nicht für einen Platzsturm geeignet“, betonte Reporter René Preuß im „Schalke-Pottcast“, Kollege Frank Leszinski erinnerte an die Folgen der letzten Eskalation – Verletzte, Ärger, mögliche Strafen und ein ramponierter Rasen, der im Saisonfinale gegen Braunschweig noch gebraucht wird.
Sportlich spricht vieles für Kontinuität. Leszinski rechnet damit, dass Muslic zum dritten Mal nacheinander dieselbe Startelf schickt – ein Novum in dieser Saison. Personell gibt es dennoch Bewegung: Edin Dzeko soll wieder im Kader stehen. Und Nikola Katic macht Druck. Nachdem Schalke zunächst von einem Saisonaus ausgegangen war, trainierte der Verteidiger nun erstmals individuell auf dem Platz. Muslic musste bei der Beschreibung schmunzeln: Katic „pusht, pusht, pusht“ – doch das letzte Wort hat die Medizin.
Auch der Gegner dürfte anders auftreten als zuletzt Münster, erwartet Muslic: Düsseldorf werde sich nicht nur einigeln, sondern aktiver dagegenhalten – zumal es für die Fortuna noch um den Klassenerhalt geht. Schalke weiß: Der letzte Schritt ist der schwerste. Und soll am Ende doch gelingen – aber mit Vernunft.
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