Ist der 8. Mai 2026 ein Feiertag? Das steckt hinter dem „Tag der Befreiung“

"Die Würde des Menschen ist unantastbar" steht auf dem Brandenburger Tor bei einer Lichtprojektion zum Jahrestag des Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai 2025.
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ steht auf dem Brandenburger Tor bei einer Lichtprojektion zum Jahrestag des Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai 2025. Am 8. Mai 1945 endete nach der Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands am Tag zuvor der Zweite Weltkrieg in Europa. © picture alliance/dpa
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Rund um den sogenannten „Tag der Befreiung“ am 8. Mai gibt es immer wieder Diskussionen, Gedenkveranstaltungen und teils auch einmalige arbeitsfreie Tage. Was hinter dem Datum steckt, ob Arbeitnehmer frei haben und welche Bedeutung der 8. Mai hat, im Überblick.

Ist der 8. Mai ein Feiertag?

Grundsätzlich gilt: Der 8. Mai ist kein bundesweiter gesetzlicher Feiertag in Deutschland. Arbeitnehmer müssen also in der Regel ganz normal arbeiten. Es gibt jedoch Ausnahmen: In Berlin wurde der 8. Mai 2025 einmalig zum gesetzlichen Feiertag erklärt, anlässlich des 80. Jahrestags der Befreiung vom Nationalsozialismus. Bereits 2020 gab es dort ebenfalls einen einmaligen Feiertag zum 75. Jubiläum. Für 2026 ist am 8. Mai jedoch kein gesetzlicher Feiertag vorgesehen – weder in Berlin noch in den anderen Bundesländern.

Tag der Befreiung: Bedeutung und historischer Hintergrund

Der 8. Mai erinnert an das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa. In der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 1945 unterzeichnete die Wehrmacht die bedingungslose Kapitulation – das NS-Regime war besiegt. Der Tag gilt als „Tag der Befreiung“, weil Deutschland und Europa vom Nationalsozialismus, jahrelanger Unterdrückung sowie Verfolgung befreit wurden und damit der Grundstein für Demokratie und Frieden gelegt wurde.

Auch heute hat das Datum große gesellschaftliche Bedeutung. Deutschlandweit finden am 8. Mai regelmäßig Gedenkveranstaltungen statt, um an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern und die historische Verantwortung wachzuhalten. Gleichzeitig soll der Tag das Bewusstsein dafür schärfen, dass ein friedliches Zusammenleben keine Selbstverständlichkeit ist. International ist das Datum teils sogar ein gesetzlicher Feiertag – etwa in Frankreich, Tschechien oder der Slowakei.

Debatte: Wieso ist der 8. Mai kein Feiertag?

Ob der 8. Mai ein bundesweiter Feiertag werden soll, ist seit Jahren umstritten. Immer wieder gibt es Forderungen, den Tag stärker zu würdigen. So forderte etwa die Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano öffentlich, den 8. Mai dauerhaft zum Feiertag zu machen – und erhielt dafür viel Zustimmung. Auch Parteien wie SPD, Grüne oder Linke sowie Gewerkschaften sprechen sich teilweise dafür aus.

Befürworter argumentieren, ein Feiertag könne die Erinnerungskultur stärken und die historische Bedeutung des Endes der NS-Diktatur stärker im Bewusstsein verankern. Zudem verweisen sie darauf, dass viele andere europäische Länder den Tag bereits als arbeitsfreien Feiertag begehen.

Gegner sehen das differenzierter: Für sie steht auch die Niederlage Deutschlands im Zweiten Weltkrieg im Fokus, weshalb sie einen Feiertag kritisch bewerten. Andere plädieren bewusst dafür, den 8. Mai als Gedenktag ohne arbeitsfreie Regelung zu belassen, damit die aktive Auseinandersetzung mit der Geschichte im Alltag verankert bleibt.

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