„Der April, der April, der macht, was er will.“ Diese Wetterweisheit hat wohl jeder schon einmal gehört. Aber stimmt das wirklich oder ist das besonders wechselhafte Aprilwetter nur eine gefühlte Wahrheit? Wetterexperten erklären, was am Mythos dran ist und auf welches Wetter wir uns zu Ostern 2026 einstellen müssen.
Aprilwetter: Was für wechselhafte Witterung sorgt
Als Aprilwetter werden allgemein Wetterperioden mit extrem wechselhaftem Wetter bezeichnet, „da sich das Wetter besonders im April häufig derart gestaltet“, wie Markus Winkler, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD), auf Anfrage erklärt. „Es ist recht kühl, und Sonne und blauer Himmel wechseln immer wieder rasch mit Schauern und kurzen Gewittern ab, wobei oft noch Schnee und Graupel, aber auch schon einige Hagelkörner fallen können.“
Doch warum ist das so? Laut Winkler seien die Meere und die Polargebiete zu dieser Zeit noch recht kalt, während die Sonne bereits wieder recht hoch steht und jeden Tag etwas länger scheine. „Wenn dann kalte Polarluft nach Mitteleuropa vordringt, wird sie tagsüber über dem Land erwärmt und labilisiert, so dass Quellwolken und die genannten Wettererscheinungen auftreten”, so der Wetterexperte. Mehrmals täglich kann es demnach einen Wechsel zwischen Sonne, Wolken, Regen und Hagel geben. Dies sei insbesondere der Fall, wenn sich ein stabiles Hochdruckgebiet über Nordwesteuropa und gleichzeitig ein Tief über Skandinavien befindet.
Und nicht nur im April sind die schnellen Wetterwechsel möglich, auch Ende März, wie es in diesem Jahr der Fall war, kann es bereits klassisches Aprilwetter geben.
Durchschnittstemperatur im April gestiegen
Seit der Jahrhundertwende erinnere die Witterung im April laut Winkler teilweise schon eher an den Frühsommer als an die aprilwettertypischen Wintereinbrüche. „Damit im Zusammenhang stehen auch die immer eher beginnende Vegetationsperiode und das immer öfter zu verzeichnende Ausbleiben der sog. ‚Eisheiligen‘ in der ersten Maihälfte. Ob es sich hierbei um Auswirkungen des Klimawandels (Klimaerwärmung) handelt, muss noch untersucht werden“, berichtet der Meteorologe.
Im Zuge des Klimawandels sei jedoch ein genereller Anstieg der monatlichen Durchschnittstemperatur in Nordrhein-Westfalen zu verzeichnen. „Der April ist dabei seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnung (1881) um etwa +2,1 Kelvin wärmer geworden.“ Dies entspricht einem Anstieg von etwa 2,1 Grad Celsius.
Besonders markant für NRW sei nach Winkler jedoch der Anstieg der Mitteltemperatur für den Monat Dezember (+3,5 Grad Celsius).
Kein eindeutiger Trend bei Niederschlag
In Bezug auf Niederschlag gebe es für NRW keinen eindeutigen Trend für den April. „In den letzten vier Jahren lagen die Mengen etwa im Schnitt der Klimanormalperiode 1961-1990 bzw. leicht über dem Durchschnitt der Klimareferenzperiode 1991-2020“, berichtet Markus Winkler. In den Jahren davor (2009-2021) sei der April hingegen eher niederschlagsarm gewesen.
Aprilwetter 2026: So ist die Prognose
Und wie wird das Aprilwetter 2026? Das lässt sich noch nicht sagen. Vorhersagen „länger als eine Woche sind schwierig, da es dann immer ungenauer wird“, erklärt DWD-Meteorologe Matthias Ohnheiser. „Das Potenzial des Monats April ist sehr unterschiedlich“ – je nachdem ob gerade Warm- oder Kaltluft „zu uns zieht“. „Dadurch kommen auch diese großen Temperaturunterschiede von einen zum anderen Tag zustande“, berichtet Ohnheiser. Von einstelligen Werten tagsüber mit Graupelschauern und Gewittern bis Höchsttemperaturen von 20 Grad sei alles möglich. In der zweiten Aprilhälfte können auch bereits Sommertage mit Höchstwerten von mindestens 25 Grad erreicht werden. Wie genau sich das Wetter im April entwickelt, bleibt also abzuwarten.