Eisheilige 2026 sind da und bringen Regen und Wind Wetterprognose für NRW

Ein Spaziergängerin geht bei Regen mit einem Schirm durch die Flora, den botanischen Garten der Stadt.
Die Eisheiligen können bereits blühende Pflanzen noch einmal mit Frost überraschen. © picture alliance/dpa
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Beim Stichwort „Eisheilige“ denken viele Menschen an einen alten – und zugegebenermaßen ziemlich flachen – Witz. Lehrer: „Wie heißen die Eisheiligen?“ Schüler: „Langnese, Schöller und Mövenpick.“ Doch wissen Sie auch, was es wirklich mit den Eisheiligen auf sich hat? Wir erklären Ihnen alles zum Zeitpunkt und Hintergrund des Wetterphänomens und wie die Wetterprognose für Mai 2026 ausfällt.

Wann sind die Eisheiligen 2026?

Der Zeitraum der Eisheiligen ist jedes Jahr gleich. Auch 2026 beginnen sie wieder am 11. Mai und enden am 15. Mai. Das liegt daran, dass die Tage sich nach den Namenstagen von fünf Heiligen richten, die eben immer auf dasselbe Datum fallen.

Namen: Wie heißen die Eisheiligen?

Die Eisheiligen sind nach drei Märtyrerinnen und Märtyrern sowie zwei Bischöfen benannt, die zwischen dem 11. und 15. Mai Namenstag feiern. Das sind die Namen der Eisheiligen:

  • Mamertus (Erzbischof von Vienne, 11. Mai)
  • Pankratius (Märtyrer, 12. Mai)
  • Servatius (Bischof von Tongeren, 13. Mai)
  • Bonifatius (Märtyrer, 14. Mai)
  • Sophia (Märtyrerin, 15. Mai)
Eingetopfte Blumen sind in einem Garten mit einer Plastikfolie bedeckt, um sie dadurch während der Eisheiligen vor Nachtfrost zu schützen.
Um ihre Pflanzen vor dem Frost der Eisheiligen zu schützen, greifen manche Hobby-Gärtnerinnen und Hobby-Gärtner auf Schutzfolien zurück.© Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Woher haben die Eisheiligen ihren Namen?

Die fünf Heiligen, die im Volksmund als Eisheilige bezeichnet werden, haben mit dem Wetter eigentlich gar nichts zu tun. Die Bezeichnung rührt daher, dass es Mitte Mai teilweise noch einmal knackig kalt wird, nachdem der Frühling sich zuvor bereits von seiner besten Seite präsentiert hat. Weil diese Kältephase früher oft über die Namenstage von Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia kam, erhielten die fünf den Namen „Eisheilige“.

Im Frühjahr treffen oft noch kalte Luftmassen aus Nordeuropa auf bereits deutlich erwärmte Regionen im Süden. Dieser starke Temperaturunterschied begünstigt die Bildung kräftiger Tiefdruckgebiete, die das Wetter in Mitteleuropa prägen. Je nach Druckverteilung strömt dann entweder warme oder kalte Luft nach Deutschland – häufig kommt es in dieser Zeit zu schnellen Wechseln der Luftmassen.

Eine klassische Lage während der Eisheiligen ist ein Hochdruckgebiet bei den Britischen Inseln und ein Tief über Skandinavien. Dadurch entsteht eine nördliche Strömung, die kalte Polarluft nach Mitteleuropa führt, berichtet u. a. wetter.com. Die Folge sind deutliche Temperaturstürze. Klare Nächte unter Hochdruckeinfluss können zusätzlich Frost bringen, der besonders für Pflanzen problematisch ist.

Wie stark die Eisheiligen ausfallen, variiert von Jahr zu Jahr: 2021 kam es tatsächlich zu spätem Schneefall und Kälte, während es 2022 zu warm blieb. 2023 zeigte regional frühere Kältephasen, und 2024 war zwar insgesamt mild, brachte aber lokal dennoch Bodenfrost kurz vor den Eisheiligen.

Wetter-Experten bezeichnen solche Phänomene wie die Eisheiligen übrigens als „meteorologische Singularität“. Dabei handelt es sich um Wetterlagen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit in bestimmten Zeiträumen auftreten. Weitere Singularitäten sind beispielsweise die Schafskälte Mitte Juni oder die Hundstage Ende Juli bzw. Anfang August.

Wie wird das Wetter in NRW zu den Eisheiligen 2026?

In Nordrhein-Westfalen bleibt das Wetter unter Tiefdruckeinfluss unbeständig, kühl und windig. Am Mittwoch dominieren dichte Wolken, zunächst einzelne, später verbreitet Schauer sowie örtlich Gewitter mit teils starken bis stürmischen Böen und kleinem Hagel. Die Temperaturen erreichen nur 12 bis 14 Grad. In der Nacht zum Donnerstag lassen die Gewitter vorübergehend nach, es bleibt aber wechselhaft bei Tiefstwerten zwischen 7 und 5 Grad.

Am Donnerstag setzt sich das wechselhafte Wetter fort: Bei meist starker Bewölkung kommt es gebietsweise zu Schauern und vereinzelt auch wieder zu Gewittern, begleitet von teils kräftigem Wind. Die Höchstwerte liegen bei 10 bis 14 Grad. In der Nacht zum Freitag klingen die Schauer allmählich ab, örtlich bilden sich Nebelfelder, und es kann in Bodennähe stellenweise frostig werden.

Der Freitag bringt weiterhin wechselhaftes Wetter mit Wolken, Schauern und vereinzelt auch Gewittern am Nachmittag. Die Temperaturen steigen leicht auf 11 bis 15 Grad, dazu weht meist nur noch schwacher Wind. Insgesamt bleibt es damit kühl, windanfällig und immer wieder nass.

Welche Bauernregeln gibt es zu den Eisheiligen?

Um die Eisheiligen ranken sich viele Bauernregeln. Der mögliche Frost Mitte Mai kann schließlich Auswirkungen auf Pflanzen und somit auch auf die spätere Ernte haben. Deshalb halten sich auch viele Hobby-Gärtnerinnen und Hobby-Gärtner an die Faustregel, gewisse Pflanzen erst nach dem 15. Mai im Garten oder auf dem Balkon zu pflanzen. Diese Bauernregeln sollen daran erinnern:

  • „Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.“
  • „Wenn’s an Pankratius friert, wird im Garten viel ruiniert.“
  • „Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz.“
  • „Eh nicht Pankratius, Servatius und Bonifatius vorbei, ist nicht sicher vor Kälte der Mai.“
  • „Vor Nachtfrost bist du sicher nicht, bevor Sophie vorüber ist.“
  • „Pflanze nie vor der Kalten Sophie.“
  • „Oft hat Sophie Frost gebracht und manche Pflanze totgemacht.“

Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel erschien in einer ursprünglichen Version bereits am 17. April 2026.

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