- Die Stiftung Warentest hat 25 Olivenöle der Güteklasse nativ extra getestet.
- Das Ergebnis: Nur vier Produkte überzeugen, der Großteil bewegt sich im Mittelfeld, andere fallen mit „mangelhaft“ durch, darunter beliebte Discounter-Öle.
- Qualität sinkt: Es gibt immer weniger gute Öle. Das Qualitätsurteil fällt genauso schlecht aus, wie im Olivenöl-Test aus 2024. Als Grund wird der Klimawandel genannt, der für Qualitätseinbußen sorgt und die vielen mittelmäßigen Öle erklärt.
Wer im Supermarkt zu Olivenöl greift, braucht inzwischen Glück. Ein neuer Test von Stiftung Warentest zeigt, wie schwierig es geworden ist, gutes Olivenöl zu finden.
Olivenöl im Test: Gute Qualität wird zur Ausnahme
Olivenöl gilt als Herzstück der mediterranen Küche – doch im Alltag wird es für Verbraucher zunehmend zum Problemprodukt. Im aktuellen Test von Stiftung Warentest wurden 25 Olivenöle der höchsten Güteklasse „nativ extra“ untersucht.
Das ernüchternde Ergebnis: Nur vier Produkte schneiden insgesamt gut ab. Der überwiegende Teil landet im Mittelfeld, mehrere Öle fallen sogar wegen deutlicher Mängel durch.
Geschmackliche Defizite, sensorische Fehler und teilweise auch Belastungen mit Schadstoffen drücken die Bewertungen. Selbst bekannte Marken und beliebte Bio-Produkte konnten die hohen Anforderungen häufig nicht erfüllen.
Viele Öle nur noch „befriedigend“
Auffällig ist vor allem die breite Masse an mittelmäßigen Ergebnissen. Die meisten getesteten Olivenöle erreichen lediglich die Note „befriedigend“. Häufig fehlt es an Frische, Ausgewogenheit und typischer Aromatik.
Laut Stiftung Warentest ist dieser Trend kein Zufall. Schlechte Ernten und klimatische Extreme setzen der Qualität zu. Gleichzeitig steigt der Preisdruck im Handel – mit Folgen für die Güte der Produkte.
Geschmack entscheidet – und der fällt oft durch
Besonders stark gewichtet (50 %) wurde im Test das sensorische Urteil. Professionelles Olivenöl-Panels prüften Geruch und Geschmack nach festgelegten Kriterien. Bereits kleine sensorische Fehler reichen nach der EU-Olivenölverordnung aus, um ein Öl der Güteklasse „nativ extra“ abzuwerten. Mehrere Produkte erfüllen diese Anforderungen nicht. Sie schmecken schlammig und ranzig und hätten nicht mehr als „nativ extra“ verkauft werden dürfen.
Unter den acht mit „mangelhaft“ bewerteten Ölen, sind auch drei Discounter-Öle. Unter anderem zwei Hausmarken von Aldi – Bellasan und Bio (ehemals Gut Bio) (rd. 8-10 €/l) – sie wurden als „sensorisch fehlerhaft“ bewertet.
Auffällig: Im vergangenen Jahr konnten die beiden Aldi-Öle noch ein „gut“ erreichen. Warentest führt diese teils extremen Schwankungen bei den Eigenmarken-Ölen u. a. auf wechselnde Lieferanten und den allgemeinen Preisdruck zurück.
Alnatura kann überzeugen
Einige wenige Öle überzeugen hingegen durch harmonische Aromen und saubere Verarbeitung. Von den vier „gut“ bewerteten Ölen ist unter anderem das Bio-Olivenöl von Alnatura (rd. 14 €/l), das im Test zu den stabileren und geschmacklich ausgewogenen Produkten gehört. Insgesamt bleibt die Auswahl an wirklich guten Ölen aber sehr klein. Ein bekanntes Markenprodukt mit ähnlichem Preis wurde ebenfalls mit „gut“ bewertet.
Auffällig hier ebenfalls: Vor fünf Jahren fiel das Olivenöl von Alnatura mit Note „mangelhaft“ durch.
Schadstoffe bleiben ein Thema
Neben dem Geschmack spielten auch chemische Analysen eine Rolle. Geprüft wurden unter anderem Rückstände von Mineralölkohlenwasserstoffen und Weichmachern. Positiv: Extrem hohe Belastungen sind selten geworden. Dennoch fielen einzelne Produkte durch, weil sie mehrere Problemstoffe gleichzeitig enthielten oder Grenz- beziehungsweise Orientierungswerte überschritten.
Zum ausführlichen Testbericht der Stiftung Warentest zu Olivenöl kommen Sie hier.
Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel erschien ursprünglich am 7. Februar 2026.