Pessachfest 2027 Bedeutung, Termine, Regeln und Tradition einfach erklärt

Pessachfest: Eine Menschengruppe sitzt zum gemeinsamen Abendessen um einen gedeckten Tisch.
Eine Tradition des Pessachfests: Das gemeinsame Festessen am Sederabend. © Unsplash/Green Prophet
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Pessach ist eines der wichtigsten Feste des Judentums. Es erinnert an den Auszug der Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten. Neben dieser historischen Bedeutung hat das Pessachfest eine symbolische und religiöse Dimension: Es steht für Befreiung, Neuanfang und Hoffnung. Gleichzeitig ist es eng mit dem Frühling verbunden und hat auch einen landwirtschaftlichen Bezug.

Termine: Wann wird Pessach 2027 gefeiert?

Das Pessachfest richtet sich nach dem jüdischen Kalender, der auf dem Mondzyklus basiert. Wann Pessach gefeiert wird, fällt im gregorianischen Kalender also jedes Jahr etwas anders. Außerhalb Israels – also auch in Deutschland – dauert das Fest acht Tage, in Israel sind es sieben. Der achte Tag von Pessach wird nur in der Diaspora gefeiert – ein Brauch aus Zeiten, in denen das genaue Datum nicht überall gleichzeitig bekannt war.

Pessach beginnt 2027 am Abend des 21. April und endet am 29. April. In Israel endet das Fest bereits am 28. April.

Der erste Abend ist von besonderer Bedeutung, da hier der sogenannte Sederabend stattfindet. Seder wird in 2027 am 21. und am 22. April gefeiert.

Bedeutung des Pessachfests

Der Name „Pessach“ bedeutet so viel wie „Vorübergehen“ oder „Überschreiten“ und bezieht sich darauf, dass Gott laut biblischer Überlieferung die Häuser der Israeliten verschonte. Auch heute hat das Pessachfest für viele Menschen eine große Bedeutung – religiös, kulturell und historisch.

Während streng religiöse Haushalte die Regeln genau befolgen, feiern andere jüdische Familien Pessach eher kulturell oder modern interpretiert. Gemeinsam bleibt jedoch der zentrale Gedanke: die Erinnerung an Freiheit und die Weitergabe dieser Geschichte an die nächste Generation.

Bräuche & Traditionen: Wie wird das Pessachfest gefeiert?

Pessach wird sowohl in der Synagoge als auch zu Hause gefeiert. Im Mittelpunkt steht das familiäre Ritual am ersten (und außerhalb Israels auch am zweiten) Abend: der Seder.

Der Sederabend umfasst eine festgelegte Abfolge aus:

  • Gebeten und Segenssprüchen
  • dem gemeinsamen Essen
  • dem Vorlesen der Pessach-Geschichte aus der Haggada

Ziel ist es, die Geschichte des Auszugs aus Ägypten nicht nur zu lesen, sondern aktiv zu erklären und weiterzugeben – besonders an Kinder.

Welche Regeln gelten für Pessach?

Pessach ist ein Fest mit besonders strengen religiösen Vorschriften. Im Mittelpunkt steht das Verbot von gesäuerten Lebensmitten (Chametz). Dazu zählen alle Getreideprodukte, die gegoren sind, oder mit Wasser in Kontakt waren und dadurch fermentiert haben – also beispielsweise:

  • Brot
  • Nudeln
  • Kuchen
  • Bier

Diese Regel hat ihren Ursprung in der biblischen Erzählung: Beim schnellen Aufbruch aus Ägypten blieb keine Zeit, Teig gehen zu lassen. Tatsächlich dürfen diese Lebensmittel nicht nur nicht verzehrt werden – sie dürfen zum Pessachfest nicht im Haus sein. Daher gehört zur Vorbereitung:

  • ein gründlicher Hausputz oder Frühjahrsputz, um alle Spuren von Chametz zu entfernen
  • die Wohnung am Abend vor Pessach nochmals zu durchsuchen
  • die letzten Chametz-Reste am Pessach-Morgen zu verbrennen
  • Küchenutensilien und Besteck zu reinigen
  • und speziell fürs Pessachfest vorbehaltenes Geschirr zu verwenden

Was machen Familien zum Pessachfest?

Pessach ist vor allem ein Familienfest, bei dem sich viele Traditionen privat abspielen.

Typische Pessach-Bräuche sind:

  • gemeinsamer Sederabend mit Familie und Gästen
  • Vorlesen und Erklären der Pessach-Geschichte aus der Haggada
  • Kinder stellen Fragen zum Ablauf und zur Bedeutung des Festes
  • gemeinsames Singen traditioneller Lieder
  • die Afikoman-Suche – der Afikoman ist ein Stück Matze, das versteckt und von den Kindern gesucht wird; wer es findet, hat sich damit ein kleines Geschenk verdient

Der Sederabend wird bewusst interaktiv gestaltet, damit auch jüngere Teilnehmer die Bedeutung des Festes verstehen.

Wie geht das Pessachfest nach dem Sederabend weiter?

Nach dem Sederabend folgen mehrere Festtage, die je nach religiöser Ausrichtung unterschiedlich streng begangen werden. Familien besuchen die Synagoge, verbringen Zeit miteinander und achten weiter auf die Pessach-Regeln, insbesondere das Verbot von gesäuerten Lebensmitteln.

Den Abschluss von Pessach bildet ein letzter Feiertag mit besonderen Gebeten. Am letzten Festtag spielt das Jiskor-Gebet eine wichtige Rolle: Dabei wird in der Synagoge der Verstorbenen gedacht – in erster Linie Mutter und Vater. Üblicherweise verlassen diejenigen, die noch einen oder beide Elternteile haben, dabei den Raum.

Nach Ende des Pessachfests kehrt im Alltag wieder Normalität ein. Auch gesäuerte Lebensmittel sind dann wieder erlaubt.

Pessach-Essen: Welche Speisen gehören dazu?

Das Essen hat beim Pessachfest eine besondere symbolische Bedeutung. Viele Speisen erinnern direkt an die Zeit der Sklaverei und den Auszug aus Ägypten. Auf dem sogenannten Sederteller befinden sich typischerweise:

  • Matze (ungesäuertes Brot) – erinnert an den hastigen Aufbruch der Juden aus Ägypten
  • ein Bitterkraut, zum Beispiel Meerrettich oder Salat – steht für das Leid der Sklaverei in Ägypten
  • ein angebratener Lammknochen, der nicht gegessen wird als Erinnerung an das Opferlamm
  • Charosset, ein Apfel-Nuss-Mus – erinnert an den Lehm, aus dem zur Zeit der Sklaverei Ziegel hergestellt wurden
  • ein weiteres Bitterkraut (oder nochmals dasselbe), das mit dem Charosset verzehrt wird
  • eine Erdfrucht, zum Beispiel Sellerie, Radieschen, Kartoffeln oder Petersilie, die erst in Salzwasser getaucht und dann gegessen wird – sie erinnert an die harte körperliche Arbeit in Ägypten
  • Salzwasser – symbolisiert Tränen und die Trauer um den zerstörten Jerusalemer Tempel
  • ein Ei, das hartgekocht und noch in Schale leicht angebraten wird– es ist ein Symbol für den Kreislauf des Lebens, die Ungewissheit menschlicher Geschicke und die Frühlingserneuerung
Ein Sederteller zum ersten Abend des Pessachfestes mit den typischen Speisen - darunter ein Ei, eine Hühnchenkeule und Bitterkräuter, daneben Matze und ein Kelch Wein.
Ein Sederteller zum ersten Abend des Pessachfestes mit den typischen Speisen – darunter ein Ei, eine Hühnchenkeule und Bitterkräuter, daneben Matze und ein Kelch Wein.© Unsplash+/A. C.

Heute wird – besonders in liberalen jüdischen Haushalten – gerne noch ein Stück Orange oder Mandarine auf den Sederteller gelegt. Die süße Frucht mit bitterem Kern steht symbolisch für die Anerkennung homosexueller und weiterer marginalisierter Gruppen in der jüdischen Gemeinschaft.

Neben den Speisen gibt es traditionell:

  • Wein – Vier Gläser stehen symbolisch für verschiedene Phasen der Befreiung aus unterschiedlichen Fremdherrschaften, ein fünftes Glas Wein für den Propheten Elija und heute optional auch ein sechstes Glas Wein, das in einer feministischen Tradition für Mirjam (Schwester von Moses) bereitsteht
  • und Salzwasser – das die Tränen und die Trauer um den zerstörten Jerusalemer Tempel symbolisiert

Abweichend wird das Salzwasser teils durch Essig ersetzt oder weggelassen – die Lammknochen durch Hühnerknochen oder eine Lammkeule ersetzt.

Beim eigentlichen Festmahl sind meist mehrere Gänge üblich, oft mit Eiern, Fleischgerichten und Fischspeisen. Diese durften die alten Ägypter ihrem Glauben nach nicht essen. Wenn also die Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei gefeiert wird, sollen diese Gerichte zeigen, dass die Juden nicht dem heidnischen Glauben der Ägypter folgen.

Was ist der Unterschied zwischen Pessach und Ostern?

Historisch sind Pessach und Ostern eng verbunden: Die Ereignisse rund um die Kreuzigung Jesu fanden laut Überlieferung während der Pessachzeit statt und auch das letzte Abendmahl steht in diesem Kontext.

Beide Feste greifen zentrale Themen wie Befreiung, Übergang und Hoffnung auf – im Judentum ist es die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten, im Christentum die Auferstehung Jesu und die Überwindung des Todes. Am Ende unterscheiden sich Pessach und Ostern allerdings deutlich in ihrer religiösen Bedeutung und ihren Bräuchen. Welche Traditionen Ostern prägen, erfahren Sie in unserem Überblick zu den Osterbräuchen.

Wünsche & Grüße: Wie gratuliert man zu Pessach?

Zu Pessach wünscht man sich traditionell ein „koscheres“ und freudiges Fest.

Übliche Pessach-Grüße sind:

  • „Chag Pessach Sameach“ (hebräisch für „Frohes Pessach-Fest“)
  • „Chag Sameach“ („Frohes Fest“)
  • im Deutschen auch einfach: „Frohes Pessach“

Auf welche Termine fällt Pessach in den nächsten Jahren?

Die Daten des Pessachfestes fallen jedes Jahr etwas anders. Die Termine für die kommenden Jahre sind wie folgt:

  • Pessach 2028: Montag, 10. April, bis Dienstag, 18. April
  • Pessach 2029: Freitag, 30. März, bis Samstag, 7. April
  • Pessach 2030: Mittwoch, 17. April, bis Donnerstag, 25. April

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