Er sitzt ruhig vor der Kamera, spricht mit fester Stimme, wägt die Worte ab. Wer Sven Berger kennt, weiß: Hektik ist nicht sein Stil. Der Trainer des FC Frohlinde gilt neben dem Platz als besonnen, sachlich, kontrolliert. Doch was er am Freitagmittag (MEZ) im Video-Interview mit unserem Medienhaus schildert, hat mit Normalität wenig zu tun. Am 6. März ist das etwa 20-minütige Gespräch ab 18 Uhr hier abrufbar.
Video-Interview am Freitagabend um 18 Uhr
Berger berichtet von Drohnen und Raketen, die direkt vor seinen Augen vom Himmel geholt werden. Von Sirenen, von angespannten Momenten, in denen nicht klar ist, wie sich die Lage weiterentwickelt. Und von einem Familien-Drama in der Hotellobby, die ihn sichtlich bewegt hat: Eine Mutter bricht zusammen, weil sich die fünfköpfige Familie aus Deutschland die 500 Euro pro Person für den Rückflug nicht leisten kann. 2500 Euro – zu viel in einer ohnehin angespannten Situation.
Berichterstattung über die Situation der Familie Berger in Dubai
Unsere Redaktion steht seit Sonntag (1. März) mit Sven Berger in Kontakt. Aufgrund des großen Interesses an dem Schicksal der Familie aus Marl berichten wir seitdem regelmäßig über die neuesten Entwicklungen und die Eindrücke von Sven, Svenja und Mateo direkt von vor Ort. Folgende Artikel sind bislang erschienen:
- Sonntag (1. März): Ringen um Normalität für Sohn Mateo (5)
- Montag (2. März): Raketengeräusche im Hotel zu hören
- Dienstag (3. März): Spannende Beobachtung auf dem Meer
Seit Tagen berichten die Ruhr Nachrichten über die Familie Berger aus Marl – über Sven, seine Frau Svenja und den fünfjährigen Sohn Mateo. Über ihre Reise, über die plötzlich unsichere Lage, über die Frage, wann und wie es zurück nach Deutschland geht. Nun kommt erstmals der Vater selbst ausführlich zu Wort.
„Wir versuchen, ruhig zu bleiben“, sagt Berger im Gespräch mit Redakteur Janis Czymoch. Es ist ein Satz, der viel über seine Haltung verrät. Doch hinter der kontrollierten Fassade wird deutlich, wie belastend die vergangenen Stunden gewesen sein müssen.
Besonders dramatisch wird es am Donnerstagabend (5. März). Plötzlich geht es nicht mehr nur um äußere Umstände, sondern um die eigene Familie. Schnell muss ein Notfallraum aufgesucht werden. Berger schildert die Situation ohne Pathos, aber mit spürbarer Anspannung. Minuten, die sich ziehen.
Auch die Bilder am Himmel lassen ihn nicht kalt. Raketen, die abgefangen werden. Lichtblitze in der Nacht. Nun steht er selbst darunter. Mit seiner Familie.
Das große Video-Interview zeigt einen Trainer, der nicht dramatisiert – und gerade dadurch eindringlich wirkt. Es geht um Verantwortung als Vater, um Solidarität unter Reisenden, um die Frage, wie man einem Kind erklärt, was gerade passiert. Und um die Hoffnung, bald wieder nach Hause zu kommen.
Wie die Familie die aktuelle Situation erlebt, was die nächsten Schritte sind und wie Berger zwischen Fußball-Alltag und Ausnahmesituation die Balance hält, sehen Sie im ausführlichen Video-Interview.
Das komplette Gespräch mit Sven Berger ist am Freitag (6. März) ab 18 Uhr unter rn.de/lokalsport-castrop-rauxel abrufbar.