Am vergangenen Donnerstagabend war die Stimmung im Klubheim des FC Marl noch ausgelassen. Es wurde gescherzt und gelacht. Fans, Spieler und Verantwortliche feierten den Erfolg im Kreispokal-Viertelfinale gegen den SV Vestia Disteln. Nur drei Tage später erlebte der Verein an gleicher Stelle die wohl traurigsten Stunden seiner noch jungen Geschichte.
Rettungswagen ist schnell beim FC Marl
Nach dem Landesligaspiel zwischen dem FC Marl und dem BV Herne-Süd (0:2) harrte der Vorstand des FC Marl im Klubheim bis in den Abend hinein aus – gemeinsam mit dem Bochumer Schiedsrichter Noah Bode, einem seiner Linienrichter und zwei Vertretern des Fußballkreises Bochum, die nach dem Spiel zur Hagenstraße geeilt waren.
Gemeinsam bangten sie dort um das Leben des zweiten Assistenten. Wie sich im Verlauf des Abends herausstellte, hofften sie vergeblich auf eine gute Nachricht: Gegen 20 Uhr erreichte sie aus dem Marienhospital die Meldung, dass der Mittfünfziger vom Hattinger Verein TuS Blankenstein verstorben war. „Wir waren alle fix und fertig“, sagte Frank Tollkamp, Geschäftsführer des FC Marl, am Montag.
Tollkamp hatte nach dem ereignisreichen Landesligaspiel mit Platzverweisen und einer Spielunterbrechung nach einem Tumult auf der Tribüne noch die Pressekonferenz mit beiden Trainern im Vereinsheim moderiert; die meisten Zuschauer waren da längst auf dem Heimweg. Rund 45 Minuten nach Abpfiff wollten sich auch die Schiedsrichter der Partie auf den Heimweg machen. Auf dem Weg aus dem Kabinentrakt bekam einer der Assistenten erhebliche gesundheitliche Probleme.
Unter der Terrasse des Vereinsheims wurde sofort Erste Hilfe geleistet. Beteiligt war unter anderem FC-Torwart Florian Kraft, der hauptberuflich als Feuerwehrmann arbeitet, wie vom FC Marl zu hören ist. Parallel alarmierte der Verein den Rettungsdienst. Ein Rettungswagen mit Notarzt war nach Einschätzung des FC Marl bereits nach rund fünf Minuten vor Ort.
Wie ernst die Lage war, wurde auch medizinischen Laien schnell klar. Rund eine Stunde lang kämpften die Rettungskräfte um das Leben des Hattingers, bevor er von der Hagenstraße aus ins Krankenhaus gebracht wurde. Von dort erreichte den FC Marl schließlich die Nachricht vom Tod des Schiedsrichterassistenten.
Klaus Overwien, Staffelleiter der Landesliga 3, wurde vom FC Marl und einem Schiedsrichter über die Ereignisse an der Hagenstraße auf dem Laufenden gehalten: „Der FC Marl hat sich sehr fürsorglich verhalten. Wie alle habe ich gehofft, dass die Sache gut ausgeht. Dass es dann anders gekommen ist, hat uns alle sehr getroffen.“ Mit seinen Gedanken ist der Waltroper vor allem bei der Familie des verstorbenen Schiedsrichters.