Darum geht‘s:
- Drei Freunde aus Gescher und Südlohn brauen ein naturtrübes Genussbier namens HöDaHo.
- Die erste Charge mit 164 Kisten wurde in kleiner Produktion hergestellt.
- Vertrieben wird das Bier regional in Gaststätten und auf Märkten.
Man könnte ganz platt sagen, dass diese Idee aus einer Bierlaune entstanden ist – ganz richtig wäre es aber nicht. Denn schon seit ungefähr zehn Jahren werkelt Leonard Hörnemann in seiner heimischen Brauküche in Gescher an eigenen Bierkreationen. „Ganz am Anfang in einem Weck-Topf. Da kamen pro Brauvorgang dann 20 bis 25 Liter bei herum“, sagt der Physiotherapeut und Hobbybierbrauer lachend über die Anfänge.
Der „Kleine-Jungs-Traum“, das eigene Bier unters Volk zu bringen, reifte mit der Zeit weiter wie der Gerstensaft in den Flaschen. „Es fehlten nur zwei Verrückte zum Mitmachen“, meint Engelbert Damm (Gescher) augenzwinkernd. Mit Christoph Hollad aus Südlohn war das Trio komplett und schnell die Bierkreation „HöDaHo“ geboren – ein süffiges Vollbier mit 5,2 Prozent, das die drei Freunde am Wochenende (18./19. April) auf den Markt gebracht haben.
Bierbrauen und Firmengründung
„Das Bierbrauen ist das Einfachste und Amüsanteste gewesen, aber die ganze Firmengründung…“, winkt Christoph Hollad ab. Im Dezember 2025 haben die Planungen begonnen. In einem ersten Schritt nahm der Südlohner Kontakt zum Brauhaus Stephanus in Coesfeld auf und bekam dort den Tipp, sich an die Pott‘s-Brauerei in Oelde zu wenden.
Dort trafen die drei auf die junge Braumeisterin Lara Jürgens. Die 24-Jährige verkostete die Rezeptur der drei Freunde und gab ihnen weitere Tipps zur Verfeinerung. Schließlich wurde die erste Charge des Bieres mit 13 Hektolitern im „Brauatelier“ – einer eigenen kleinen Produktionsstraße der Brauerei – gebraut. „Das entspricht ungefähr 164 Kisten“, meint Engelbert Damm. „Also eine limitierte Auflage“, fügt Hörnemann hinzu.
Klare Aufgabenverteilung
Arbeitsteilung ist bei den drei Freunden, die sich schon seit Jahren kennen, das A und O. „Leonard kennt sich in den Braurezepturen aus, Christoph kümmert sich um die Vermarktung – vor allem über Social Media“, sagt Damm. „Und ich hab mich um die Markenanmeldung beim EUIPO und alle rechtlichen und finanziellen Dinge gekümmert“, fügt der studierte Betriebswirt und Gastronom hinzu, der hauptberuflich in einer Steuer- und Rechtsanwaltskanzlei arbeitet. Gegründet haben die drei dann eine Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt). Unterstützung bekamen sie zudem von Noelle Grimmelt, die sich um das Design sämtlicher Medien wie Flyer oder Flaschenetikett kümmerte.
Genussbier aus Leidenschaft
„Die Herstellung ist schon sehr teuer, deswegen verzichten wir auf einen Großteil der Marge“, wirft Damm ein. Als UG müsse man zwar eine Gewinnabsicht haben. „Die steht aber bei uns nicht im Vordergrund“, betont der Gastwirt. „Wir wollen es ja für die Leute und unsere Heimat brauen“, stellt Hörnemann den Bezug zum Münsterland heraus. Um die Kosten gering zu halten, haben die drei vieles selbst in die Hand genommen – bis zum Bekleben der Sechserträger mit den Etiketten.
Und das Bier selbst? „Ist ein naturtrübes Landbier, ungefiltert, mit 5,2 Prozent, das ein bisschen an belgisches oder holländisches Craftbeer erinnert“, zieht Hörnemann einen Vergleich. „Es ist kein Massenprodukt, das man auf einer Feier durchtrinkt“, unterstreicht Damm. „Es ist ein richtiges Genussbier für leckeres Grillfleisch“, meint Hollad.
Hobbybrauer mit Humor
Die Idee zum Namen, der sich – Überraschung – aus den beiden ersten Buchstaben der drei Nachnamen zusammensetzt, hatte Engelbert Damms Gattin. „Wir wollten erst ganz was anderes, haben dann aber festgestellt, dass sich ,HöDaHo‘ auch super als Trinkspruch eignet – so ähnlich wie der Jagdspruch ,Horrido‘“, schmunzelt Damm. Ganz für voll wollen sich die Freunde ohnehin nicht nehmen.
Abnehmer für ihr Bier haben die drei Münsterländer auch schon gefunden. In örtlichen Gastwirtschaften wie dem Hotel zur Krone in Gescher soll es aus dem Zapfhahn fließen und auch über einen Getränkemarkt vertrieben werden. Nicht zuletzt auf dem ersten Feierabendmarkt der Saison möchten sie zum Probieren einladen. Und dann hoffen die Hobbybierbrauer natürlich, dass ihre Kreation den Gescheranern auch schmeckt. „Wir brauen es, solange die Leute es trinken“, verspricht Hörnemann. Na dann: Prost! Verzeihung … HöDaHo!