Im St.-Agnes-Hospital in Bocholt ist ein über 80-jähriger Patient mithilfe moderner roboterassistierter Technik erfolgreich operiert worden: Bei Sebastian Daxenberger führten die Ärzte auf diese Weise eine Zystektomie aus, also die vollständige Entfernung von Harnblase und Prostata. Das teilt das Klinikum Westmünsterland in einer Pressemitteilung mit.
Schnelle Genesung
Besonders bemerkenswert an dieser Operation sei der schnelle Genesungsverlauf gewesen, hebt Mia Gissing von der Pressestelle des Klinikums hervor. Wie sie mitteilt, habe der Patient bereits am zweiten Tag nach dem Eingriff wieder selbstständig aufstehen und kurze Strecken gehen können; er habe „kaum Beschwerden gehabt“.
Zum Einsatz kam bei der Operation das Da-Vinci-System. Dabei handelt es sich laut dem Klinikum nicht um einen autonom arbeitenden Roboter, sondern um ein hochpräzises Instrument, das die Bewegungen der Operateure „besonders fein und zitterfrei“ überträgt. Dadurch seien minimalinvasive Eingriffe über sehr kleine Schnitte möglich.
Diese Vorgehensweise bringt demnach mehrere Vorteile mit sich: Das Gewebe werde deutlich weniger verletzt als bei klassischen offenen Operationen, heißt es in der Pressemitteilung; Schmerzen könnten reduziert und Blutverluste verringert werden; die Genesungszeit lasse sich verkürzen. Gerade bei größeren onkologischen Eingriffen wie der Entfernung der Harnblase profitierten Patienten von dieser Technik.
In Bocholt seit 2021 im Einsatz
Rami Abualsuod, kommissarischer Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie, erläutert: „Die robotische Chirurgie ermöglicht uns eine sehr präzise und gleichzeitig besonders schonende Durchführung auch komplexer Eingriffe.“ Gerade bei älteren Patienten zeige sich häufig, „dass sie nach einer solchen Operation schneller wieder mobil sind und deutlich weniger Beschwerden haben“.
Die robotische Chirurgie spiele am Standort Bocholt bereits seit einigen Jahren eine wachsende Rolle, teilt das Klinikum weiter mit. Schon seit 2021 werde das Da-Vinci-System im St.-Agnes-Hospital eingesetzt. Im vergangenen Jahr habe das Klinikum Westmünsterland seine Kapazitäten weiter ausgebaut und ein zweites System in Betrieb genommen. So könnten inzwischen mehr komplexe Eingriffe robotisch ausgeführt werden.
Die Technik kommt dem Klinikum zufolge nicht nur bei urologischen Operationen zum Einsatz, sondern auch bei Krebserkrankungen im Bauchraum, etwa an Bauchspeicheldrüse oder Magen-Darm-Trakt, sowie bei gynäkologischen Tumoren. Für Patient Sebastian Daxenberger habe sich das Verfahren bereits ausgezahlt: Seine schnelle Mobilisierung nach dem Eingriff sei ein Ergebnis, „das die behandelnden Ärzte besonders freut“.