Mit öffentlich verkündeten Saisonzielen hielt sich die sportliche Schalker Leitung vor dieser Spielzeit zurück, Sportdirektor Youri Mulder hatte nur einen bzw. zwei Wünsche: „Eine stressfreie Saison. Am besten ohne Trainer-Entlassung.“ Sieht so aus, als würden diese Wünsche in Erfüllung gehen: Wenn Schalke überhaupt Stress hat, dann ist es ein angenehmer Aufstiegsrennen-Stress, und Stand jetzt ist davon auszugehen, dass mit Miron Muslic auch am Saisonende der Trainer das Kommando auf Schalke hat, mit dem die Königsblauen auch in die Saison gegangen sind.
Dieses Ziel hat längst nicht jeder Verein erreicht. Vor allem – logisch – im Tabellenkeller hat es reihenweise Trainerwechsel gegeben. Bemerkenswert: Allein von den fünf restlichen Schalker Gegner in dieser Saison haben sich drei Klubs dazu entschieden, neuen Leuten auf der Trainerbank zu vertrauen.
Zwei Null-Nummern für Schwartz
Bei Preußen Münster, Schalkes Gegner am Sonntag, übernahm Alois Schwartz Ende März und ersetzte Alexander Ende bzw. die Interimstrainer Kieran Schulze-Marmeling und Janis Hohenhövel. Tabellarisch ist noch kein Fortschritt zu erkennen: Münster ist nach wie vor Schlusslicht, unter Schwartz gab es immerhin zwei Null-Nummern (0:0 in Kiel, 0:0 gegen Fürth).

Am auffälligsten ist in dieser Saison bislang Fortuna Düsseldorf geworden, was das Trainerthema angeht. Die Düsseldorfer haben nämlich schon zwei Trainerwechsel hinter sich. Ex-Schalke-Profi Markus Anfang, der Daniel Thioune – der danach in die Erste Liga zu Werder Bremen aufstieg – ist auf der Trainerbank der Fortunen ebenfalls schon wieder Geschichte. Neuer Coach bei der Fortuna ist der Trainer, dem bei Preußen Münster der Klassenerhalt offenbar nicht mehr zugetraut wurde: Alexander Ende. Schalke trifft am drittletzten Spieltag zuhause auf die Düsseldorfer, die nach vier Niederlagen am Stück wieder mittendrin im Abstiegsgeschehen sind.
Das Schalker Saisonfinale ist am 17. Mai zuhause gegen Eintracht Braunschweig. Nach dem Sieg in Elversberg laufen im Kopfkino vieler S04-Fans natürlich schon Spielfilme ab, die einen Schalker Aufstieg schon zu einem früheren Zeitpunkt als Happy End haben, aber für die Braunschweiger, so sieht es zumindest aus, könnte es am letzten Spieltag noch richtig um etwas gehen. Denn durch die Niederlage in Bochum am vergangenen Spieltag sind sie nun auf den drittletzten Tabellenplatz abgerutscht. Da es im Tabellenkeller noch enger zugeht als an der Spitze (nur vier Punkte Abstand zwischen Platz zwölf und 18), ist von einer frühzeitigen Rettung der Niedersachsen nicht auszugehen.
Die Braunschweiger hatten sich von Heiner Backhaus getrennt und mit Lars Kornetka ebenfalls einen Ex-Schalker verpflichtet. Kornetka war von 2011 bis 2013 Video-Analyst auf Schalke. Seine Bilanz in Braunschweig: Vier Spiele, vier Punkte. Noch ist das keine Retter-Bilanz.