Die Schufa sammelt Daten über das Zahlungsverhalten von rund 68 Millionen Menschen in Deutschland und berechnet daraus eine Kennzahl zur Kreditwürdigkeit. Je besser der Score, desto höher die Wahrscheinlichkeit, Verträge zu bekommen – oft auch zu besseren Konditionen. Statt bisher sehr vieler Einzelmerkmale fließen nun nur noch zwölf klar benannte Kriterien in die Bewertung ein. Welche Kriterien das sind und was diese Veränderung bedeutet, lesen Sie hier.
Was ändert sich beim neuen Schufa-Score?
Die wichtigste Änderung: Der Score wird deutlich vereinfacht und auch die Darstellung ist neu. Statt 250 sind es jetzt diese zwölf Kriterien:
- Alter der aktuellen Adresse
- Alter des ältesten Bankvertrags
- Alter der ältesten Kreditkarte
- Alter des jüngsten Rahmenkredits
- aufgenommene Ratenkredite in den letzten zwölf Monaten
- Anzahl von Anfragen und Abschlüssen für Girokonten und Kreditkarten in den letzten zwölf Monaten
- Anzahl von Anfragen außerhalb des Bankbereichs (Telekommunikation, Handel & Online-Handel) in den letzten zwölf Monaten
- Immobilienkredite
- Kreditstatus
- Kredit mit der längsten Restlaufzeit
- Vorliegen einer Identitätsprüfung
- Zahlungsstörungen
Für alle zwölf Faktoren sollen Punkte vergeben werden, die Verbraucher für sich einsehen können. Je höher die Summe dieser Punkte unterm Strich ausfällt, umso besser wird die Kreditwürdigkeit bewertet. Der höchstmögliche Wert liegt bei 999 Punkten, der niedrigste bei 100 Punkten. Der neue Score ist Teil der Neuausrichtung der Schufa und soll der Transparenz, Nachvollziehbarkeit und der Datenkontrolle dienen.
Was ist der Schufa-Score eigentlich?
Die Schufa (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist eine Wirtschaftsauskunftei, die Daten zum Zahlungsverhalten von über 67 Millionen Menschen und etwa 6 Millionen Unternehmen sammelt. Der Schufa-Score ist eine Kennzahl, die angibt, wie wahrscheinlich es ist, dass eine Person (oder ein Unternehmen) ihre Rechnungen oder Kredite zuverlässig zurückzahlt.
Grundlage dafür sind Daten, die die Schufa sammelt und von Banken sowie anderen Vertragspartnern bekommt – zum Beispiel Name, Alter, Geschlecht, Adresse, aber auch zu Konten, bestehenden Krediten oder Zahlungsausfällen. Aus diesen Faktoren wird ein Punktwert berechnet, den zum Beispiel Banken, Vermieter oder Online-Händler nutzen können, um das finanzielle Risiko von Verträgen einzuschätzen. So hat der Score direkt Einfluss darauf, ob diese Verträge zustande kommen – und zu welchen Bedingungen.
Woher weiß ich, wie hoch mein Schufa-Score ist?
Nach bisherigem Prinzip konnte man bei der Schufa seinen persönlichen Score nur einmal im Jahr kostenlos anfordern und bekam ihn dann per Post. Mit dem neuen System wird der Score seit dem 17. März 2026 nicht nur anders berechnet – Verbraucher sollen den aktuellen Wert auch, wann immer sie möchten, kostenlos bei der Schufa einsehen können.
Dafür muss man sich registrieren und identifizieren. Die Identifizierung erfolgt entweder über den Personalausweis, wenn dieser eine aktive Online-Ausweisfunktion hat oder per Brief, der in drei bis fünf Werktagen zugestellt werden soll.
Gilt der neue Score ab sofort?
Nein. Für Verbraucher ist der neue Score zwar ab sofort sichtbar – Unternehmen stellen jedoch erst schrittweise um. Viele Banken, Händler und andere Vertragspartner nutzen zur Zeit noch ältere Score-Modelle. Die vollständige Umstellung soll erst bis Ende 2028 abgeschlossen sein. Das bedeutet: Im Alltag kann weiterhin der alte Score entscheidend sein, auch wenn der neue bereits eingesehen werden kann.
Was sollten Verbraucher jetzt tun?
Das neue System macht es leichter, die eigenen Daten bei der Schufa nachzuvollziehen. Verbraucherzentralen raten, die Einträge regelmäßig abzufragen und zu prüfen, um einen falschen Score erkennen und verbessern zu können.