Großer Rückruf von Babynahrung Rattengift entdeckt – „Hipp ist Opfer einer Erpressung“

Ein Baby sitzt in einem Hochstuhl und wird gefüttert.
HiPP-Rückruf in Österreich: Rattengift-Verdacht bei Babygläschen © Getty Images Für Unsplash+/ Grafik: Canva
Lesezeit

Babynahrung unterliegt besonders strengen Qualitäts- und Sicherheitsstandards, da sie für eine besonders empfindliche Verbrauchergruppe bestimmt ist. Umso größer ist die Aufmerksamkeit, wenn es zu Unregelmäßigkeiten kommt. Aktuell sorgt eine Rückrufaktion rund um Produkte des Herstellers HiPP für Aufsehen – insbesondere in Österreich.

>>Weitere aktuelle Rückrufe bei Ruhr Nachrichten finden Sie auf unserer Übersichtsseite.<<

Ursache und Gefahr des Rückrufs

Wie das Unternehmen sowie die zuständigen Behörden mitteilen, besteht der Verdacht auf eine Verunreinigung einzelner Gläser mit Rattengift. Hintergrund sind Ermittlungen der Polizei in Österreich, nachdem entsprechende Hinweise eingegangen waren. Die Landespolizeidirektion Burgenland bestätigte, dass im Bezirk Eisenstadt-Umgebung bereits ein betroffenes Glas sichergestellt wurde. Dieses war durch eine auffällige Markierung am Glasboden (weißer Aufkleber mit rotem Kreis) gekennzeichnet und wurde positiv auf Rattengift getestet. Wie die Polizei berichtet, können manipulierte Gläser auch an einem beschädigten Deckel sowie am Fehlen der Plopp-Geräuschs beim Öffnen identifiziert werden.

Gezielte Manupulation: „Hipp ist Opfer einer Erpressung“

Weitere Funde gab es laut Behörden auch in Tschechien und der Slowakei. Auch dort wurden entsprechend markierte Gläser entdeckt, bei denen Laboruntersuchungen giftige Zusatzstoffe nachgewiesen haben. Zudem wurde berichtet, dass manipulierte Produkte verdorben riechen können.

Laut Berichterstattung handelt es sich nicht um einen Fehler im Herstellungsprozess, sondern um eine mögliche gezielte Manipulation durch Dritte. Medienberichten zufolge prüfen die Behörden auch einen Zusammenhang mit einem Erpressungsversuch. Am Abend bestätigte Hipp dann den Verdacht und sagte: „Hipp ist Opfer einer Erpressung.“ Dem Unternehmen zufolge hätten Sie eine Erpresser-Mail an ein Sammelpostfach geschickt bekommen. Genauere Details zum Inhalt sind nicht bekannt.

Die potenzielle Gefahr ist erheblich: Der Verzehr von mit Rattengift kontaminierter Nahrung kann schwere gesundheitliche Schäden bis hin zu lebensbedrohlichen Vergiftungen verursachen. Aus diesem Grund wurde vorsorglich eine umfassende Rückrufaktion eingeleitet.

Betroffene Produkte im Überblick

Die Rückrufaktion betrifft vorsorglich das gesamte Hipp-Sortiment bei SPAR Österreich.

  • Produkt: HiPP Gemüsegläschen „Karotte mit Kartoffel“
  • Inhalt: 190 Gramm
  • Hersteller: HiPP GmbH & Co. Vertrieb KG
  • Verkaufsstellen: insbesondere Filialen von SPAR in Österreich; EUROSPAR, INTERSPAR, Maximarkt
  • Erkennungsmerkmal: Markierung am Glasboden (weißer Aufkleber mit rotem Kreis)

Das Hipp-Sortiment in Deutschland ist nach aktuellem Stand nicht betroffen. Dennoch ermitteln die Behörden auch hierzulande.

Hipp-Babykostgläschen der Sorte Karotte mit Kartoffel stehen auf einem Tisch.
Hipp hat sein gesamtes Babykostgläschen-Sortiment bei Spar Österreich zurückgerufen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass durch Manipulation in den Artikel „Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel“ 190 Gramm ein gefährlicher Stoff eingebracht wurde, hieß es in einer Aussendung des Unternehmens.© picture alliance/dpa/APA

Hinweise für Verbraucher: Darauf müssen Eltern achten

Die Behörden sprechen eine dringende Verzehrwarnung aus. Die Warnung gilt vorsorglich für alle Hipp-Babykostgläschen, die bei SPAR Österreich verkauft wurden – unabhängig von der Sorte oder Charge.

Eine Rückgabe der betroffenen Produkte ist in jeder der genannten Filialen möglich. Die Erstattung erfolgt auch ohne Kassenbon.

Polizei ermittelt – Hinweise erbeten

Die Landespolizeidirektion Burgenland hat Ermittlungen aufgenommen und bittet die Bevölkerung um Mithilfe.

Hinweis-Telefon: +43 5913310-3333

Auch der Hersteller bietet Unterstützung an:

HiPP-Elternservice: +43 7612 76577-104

Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel erschien ursprünglich am 20. April 2026.

Weitere aktuelle Rückrufe

Auch unabhängig von diesem Fall kommt es regelmäßig zu Produktrückrufen:

Sie sind bereits registriert?
Hier einloggen