„Aktenzeichen XY... ungelöst“ am 6. Mai Das sind die Fälle und dann geht‘s los

Moderator Rudi Cerne steht im ZDF-Studio von "Aktenzeichen XY… Ungelöst"
Aktenzeichen XY... ungelöst: Am Mittwoch, 6. Mai 2026 führt Moderator Rudi Cerne durch eine neue Ausgabe der ZDF-Fahndungssendung. © picture alliance/dpa
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Direkt zu Beginn des neuen Monats sendet das ZDF wieder eine neue Ausgabe von „Aktenzeichen XY… ungelöst“. Am Mittwoch, dem 6. Mai 2026, stellt Moderator Rudi Cerne dem TV-Publikum wieder eine Reihe ungelöster Kriminalfälle und Cold Cases vor. Diesmal startet die Sendung aber ein paar Minuten später als sonst, um 20.35 Uhr. Das ZDF hat kurzfristig das Programm geändert.

Um welche Fälle es geht, haben wir hier zusammengefasst. Darüber hinaus wird der erste Nominierte für den XY-Preis 2026 vorgestellt. Ein junger Mann wurde Zeuge eines brutalen Angriffs auf einen Vater und seinen Sohn. Mutig griff er ein und konnte so Schlimmeres verhindern.

Aktenzeichen XY im Mai 2026: Mordversuch an Familie

Am 23. August 2024 kommt es auf der Nordseeinsel Borkum zu einem mutmaßlichen Mordversuch, der von der Kripo Leer untersucht wird. Gegen 2:29 Uhr bricht in der Wohnung einer siebenköpfigen Familie im ersten Obergeschoss ein Feuer aus. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde im Flur ein Teppich mit Benzin übergossen und angezündet. Die Flammen breiten sich rasch aus und zerstören die Wohnung vollständig.

Die drei Frauen und zwei Männer retten sich gemeinsam mit zwei Kindern in letzter Sekunde, indem sie aus den Fenstern springen. Dabei ziehen sich mehrere von ihnen teils schwere Verletzungen zu, während die Kinder unverletzt bleiben. Als Polizei und Feuerwehr eintreffen, steht die Wohnungstür halb offen. Die Ermittler gehen davon aus, dass ein bislang unbekannter Täter die Wohnung betreten, Brandbeschleuniger verteilt und anschließend das Feuer gelegt hat. Aus welchen Beweggründen ist bislang nicht bekannt.

Mord an Bianca Bersch

Die Kripo Köln ermittelt in einem Mordfall, der sich am 3. Juli 1992 ereignet hat. In ihrer Zweitwohnung in Köln wird die 48-jährige Bianca Bersch tot aufgefunden. Sie ist durch mehrere Messerstiche ums Leben gekommen. Nach der Tat durchsucht der Täter offenbar die Wohnung nach Wertgegenständen.

Die Frau lebt eigentlich mit ihrem Ehemann in Rheinland-Pfalz, hält sich jedoch unter der Woche in Köln auf. Dort arbeitet sie unter dem Namen „Yvonne“ als Prostituierte und vermittelt ihre Kontakte über Anzeigen sowie persönliche Empfehlungen. Am Tatort finden die Ermittler neben der Leiche Hinweise, die nicht dem Opfer zugeordnet werden können: ein fremder Schlüsselbund und zwei blutverschmierte Tennissocken. Diese Gegenstände stammen vermutlich vom Täter und könnten entscheidende Hinweise liefern. Die Ermittler versuchen jetzt noch einmal, 34 Jahre nach dem Mord, den Cold Case zu lösen.

Aktenzeichen am 6.5.: Mord an Dr. Bernhard Benz in Offenburg

Ein weiterer Cold Case beschäftigt die Kripo Offenburg bis heute: Am 21. Januar 2000 wird der Arzt Dr. Bernhard Benz Opfer eines Verbrechens.

An diesem Tag springt der Mediziner kurzfristig für eine Operation ein, wird jedoch noch vor deren Ende abgelöst. Am Abend hält er sich auf dem Klinikgelände auf und steigt gegen 19:30 Uhr auf dem Parkplatz in ein fremdes Auto – offenbar, um sich zum Bahnhof fahren zu lassen.

Während der Fahrt kommt es nach bisherigen Erkenntnissen zu einer Auseinandersetzung zwischen ihm und dem Fahrer. Die Situation eskaliert, und der Täter tötet den Arzt im Wagen. Anschließend bringt er die Leiche zu einem abgelegenen Bereich an der Römerstraße und legt sie dort ab, wo sie später entdeckt wird.

Nach der Tat nimmt der Täter mehrere persönliche Gegenstände des Opfers an sich. Es wird vermutet, dass er damit gezielt Spuren beseitigen wollte, um seine Identität zu verschleiern. Bis heute ist unklar, wer hinter der Tat steckt.

Fall bei Aktenzeichen XY: Brutaler Angriff auf Taxifahrer

Ein brutaler Überfall* auf einen Taxifahrer beschäftigt die Kripo Rastatt seit dem 8. Mai 2023. Zwei Männer steigen am Bahnhof Rastatt in ein Taxi und lassen sich zunächst Richtung Baden-Baden fahren. Während der Fahrt versucht einer der Fahrgäste gezielt herauszufinden, wie viel Bargeld der Fahrer bei sich hat, indem er nach Wechselgeld fragt. Kurz darauf ändern die Männer ihr Ziel.

Als der Taxifahrer wenden will, eskaliert die Situation: Einer der Fahrgäste bedroht ihn plötzlich mit einem langen Messer und verlangt Geld. Der Fahrer verliert die Kontrolle über das Fahrzeug und prallt rückwärts gegen ein Gebäude. Beim Versuch, sich gegen den Angriff zu wehren, greift er nach der Waffe und verletzt sich dabei schwer an den Händen.

Die Täter flüchten anschließend, nehmen jedoch lediglich das Handy des Opfers mit. Der Taxifahrer kann sich trotz seiner Verletzungen retten und Hilfe holen. Einer der Tatverdächtigen, der 29-jährige Elhamuddin Mohammadi, ist weiterhin auf der Flucht. Die Ermittlungen dauern an.

Überfall auf Bauernhof in Aachen

Die Kripo Aachen ermittelt nach einem gewaltsamen Angriff* auf einen Bauernhof am 12. Juni 2024. Am frühen Abend verschafft sich eine Gruppe von insgesamt neun Männern Zugang zu dem Gelände. Einige der Angreifer sind bewaffnet, unter anderem mit Schlagstöcken und einem Brecheisen.

Die Täter gehen gezielt gegen die Bewohner vor und verletzen den Hauptbewohner schwer. Währenddessen bringen sich andere Anwesende in Sicherheit: Einer verbarrikadiert sich im Haus, zwei weitere flüchten auf das Dach. Von dort aus setzen sie sich zur Wehr, indem sie Ziegel auf die Fahrzeuge der Angreifer werfen.

Noch vor Eintreffen der Polizei gelingt den Tätern die Flucht. Nach bisherigen Erkenntnissen steht die Tat im Zusammenhang mit einem eskalierten Streit innerhalb einer Familie über Besitzverhältnisse des Hofes. Offenbar sollte Druck auf die Bewohner ausgeübt werden, doch die Situation geriet außer Kontrolle.

Im Zuge der Ermittlungen wurden bereits mehrere Beteiligte verurteilt. Mindestens ein Verdächtiger ist jedoch weiterhin flüchtig. Er wird als etwa 33 Jahre alt, 1,70 Meter groß, stämmig, mit Glatze, dunklem Bart und dunklerem Teint beschrieben. Ein weiterer Beschuldigter wird per Haftbefehl gesucht.

Die geschilderten Abläufe beruhen auf dem aktuellen Stand der Ermittlungen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Der XY-Preis 2026: 31-Jähriger zeigt Zivilcourage – brutaler Angriff auf Vater und Sohn

Ein besonders mutiger Einsatz sorgt am 2. März 2025 in Meckenbeuren für Aufsehen und steht im Fokus der Ermittlungen der zuständigen Kripo. Nach einem Faschingsumzug wird ein 22-Jähriger am Bahnhof von drei Jugendlichen attackiert. Die Täter schlagen und treten auf ihr Opfer ein, das dabei gefährlich nah an die Bahnsteigkante gerät.

Der 31-jährige Kim-Adrian Haselbauer, der gemeinsam mit seiner Freundin unterwegs ist, beobachtet die Situation und greift ein. Zunächst versucht er, die Angreifer zu stoppen, und kann verhindern, dass der Verletzte auf die Gleise stürzt. Als der Vater des Opfers dazukommt und die Jugendlichen zur Rede stellt, richten sich die Angriffe auch gegen ihn. Er wird zu Boden gebracht und ebenfalls schwer im Gesicht verletzt.

Haselbauer schreitet erneut ein und stellt sich den Tätern entgegen. Unterstützung durch andere Anwesende bleibt aus. Als schließlich Polizeisirenen zu hören sind, versuchen die Jugendlichen zu fliehen. Es gelingt ihm jedoch, einen von ihnen festzuhalten und an die Polizei zu übergeben, die kurz darauf einen weiteren Tatverdächtigen fasst. Wochen später erkennt Haselbauer einen dritten Beteiligten wieder und informiert die Polizei, wodurch auch dieser identifiziert und festgenommen werden kann.

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